Wenn der Anbieter zahlt — Startguthaben bei deutschen Sportwetten-Anbietern

Updated Oktober 2026
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In Deutschland gibt es kein Startguthaben ohne eigene Überweisung.

Ein leerer Papier-Wettschein liegt zusammen mit einem Kugelschreiber auf einem Tisch, daneben ein Glas Wasser.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis einsteigt, findet Gratiswetten, Wett-Credits und

Boni, die eine Einzahlung verdoppeln — aber jedes einzelne dieser Angebote ist eine

Geschäftsbedingung des Veranstalters, kein Geschenk. bet365 wirbt für Neukunden mit

„bis zu 100 € in Wett-Credits“; Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets,

ohne dass diese Freebets umgesetzt werden müssen, verlangt aber, dass die Einzahlung selbst vor

einer Auszahlung einmal eingesetzt wird.

Die Zahl vor dem Euro steht also nie allein. Neben ihr steht eine Bedingung, und die entscheidet,

wie viel von den beworbenen 100 € tatsächlich bei einem Spielenden ankommt.

Stand: 30. Oktober 2026 · Abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der

Länder (GGL).

Warum „Startguthaben ohne Einzahlung“ in Deutschland nicht vorkommt

Die Suchanfrage ist eindeutig: kostenloses Wettguthaben, möglichst ohne vorher etwas einzuzahlen.

Geliefert wird etwas anderes. Kein Veranstalter mit deutscher Erlaubnis, der hier beschrieben wird,

schreibt Gratisguthaben für eine reine Registrierung gut. Was es gibt, sind drei Bauformen, die

sich in einem Punkt gleichen und in allen anderen unterscheiden: Man muss etwas tun, und was

danach passiert, hängt an Bedingungen, die in den AGB und Angebotstexten des jeweiligen

Veranstalters stehen.

Ein Fußball liegt im Strafraum eines leeren Platzes, dahinter die Netze des Tores im Abendlicht.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Und weil der Glücksspielstaatsvertrag für Sportwetten keine Obergrenze für Boni kennt, ist jede

Höhe eine Hausnummer des Anbieters. Niemand reguliert die 100 €, die 25 € oder die 40 €. Sie sind

Marketing, und Marketing darf sich ändern — ohne Vorwarnung, ohne Übergangsfrist.

Woher die Erwartung kommt — und was stattdessen auf dem Konto landet

Die Erwartung speist sich aus einer Zeit, in der deutsche Spielende auf Seiten unterwegs waren,

die keine deutsche Erlaubnis hatten, und aus ausländischen Werbeschaltungen, die noch nachklingen.

Seriös bleibt davon wenig übrig: Der Einsatz einer Gratiswette wird bei einem Gewinn in der Regel

nicht mit ausgezahlt. Bei bet365 enthalten die Gewinne aus den Wett-Credits den Einsatz der

Wett-Credits nicht — die 100 € sind also kein Startkapital von 100 €, sondern ein Wettschein, der

im Gewinnfall weniger zurückgibt, als er anzeigt. Bei einer Wette über 20 € Wett-Credits zu einer

Quote von 2,00 liegt die Auszahlung bei 20 €, nicht bei 40 €, weil der Einsatz nicht dazukommt.

Ein Stadion unter Flutlicht aus großer Entfernung bei Einbruch der Dunkelheit, davor ein stiller Parkplatz.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der GGL die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Diese Unterscheidung ist die wichtigste auf dieser Seite. Sie trennt ein Angebot, das wie 100 €

aussieht, von einem, das wie 100 € eingesetzt werden kann und im Gewinnfall weniger wert ist als

ein Einsatz in gleicher Höhe — und sie erklärt, warum das Wörtchen „bis zu“ so gern vor den Betrag

gesetzt wird: Die Obergrenze erreicht nur, wer die Höchsteinzahlung trifft.

Bonusgeld, Freebet und Wett-Credits: drei Dinge, drei Regeln

Die Begriffe werden landläufig in einen Topf geworfen und in den Bedingungen der Anbieter sauber

getrennt. Unterschiede zeigen sich an drei Stellen: ob die Einzahlung dazugehört, ob umgesetzt

werden muss, und was im Gewinnfall ausgezahlt wird.

Ein Einzahlungsbonus verdoppelt oder erhöht eine Einzahlung. Tipwin rechnet 100 % der Einzahlung

bis höchstens 100 €, also ein Bonus, dessen Höhe an der Einzahlung hängt. Eine Bedingung ist dabei

fest eingebaut: Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in

Sport- und Livewetten eingesetzt werden.

Eine Freebet oder Gratiswette ist ein Wettschein in feststehender Höhe. bet-at-home gab zur FIFA

WM 2026 eine 10-€-Gratiswette auf den Weltmeister heraus; Gewinne daraus unterlagen laut dem

Angebot keinen Umsatzbedingungen. Das ist die entspannte Bauform. Sie hat trotzdem einen Termin —

platziert werden musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr — und einen Kreis: Das Angebot galt für

Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 registrierten.

Wett-Credits sind Guthaben, das nicht der Einsatz selbst ist. bet365 gibt sie nach Abrechnung von

Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung frei; erst dann steht das Guthaben bereit.

Und alle drei enden an derselben Stelle im Kleingedruckten, nur an unterschiedlichen Sätzen.

Gratiswette, Bonus oder Wett-Credits: welcher Weg zu welchem Spielenden passt

Der Vergleich der Bauformen ist kein Geschmacksurteil. Aus jeder Form folgt ein Nachteil, und

jeder Nachteil trifft einen anderen Menschen.

Am knappsten beschreibt das eine Zahl, die man selbst nachrechnen kann. Bei einer Wette über 20 €

Wett-Credits zu einer Quote von 2,00 beträgt die Auszahlung 20 €, nicht 40 € — der Einsatz der

Wett-Credits steht nicht in der Auszahlung. Beim selben Einsatz aus eigenem Geld wären es 40 €

gewesen. Diese 20 € Differenz sind der Preis der Bauform, und sie treffen niemanden, der ohnehin

mit kleinen Einsätzen arbeitet, härter als jemanden, der eine Quote von 2,00 als Zielgröße hat.

Umgekehrt steht die Extraktion der Freebet: Wer eine Gratiswette eincasht, ohne lange zu grübeln,

verliert am wenigsten. Das ist die Form für Menschen, die genau eine Wette setzen wollen und danach

nie wieder an denselben Anbieter denken. Die Form für die zweite Art Spielende ist der

Einzahlungsbonus mit hoher Umsatzlast — aber nur für die, die ohnehin regelmäßig spielen. Wer nicht

ohnehin regelmäßig spielt, kauft sich mit dem Bonus die Pflicht, mehr zu spielen, als er ohne ihn

gespielt hätte.

Über allem liegt ein Deckel, den keine Bonuswerbung erwähnt: Gratiswetten und Bonusgeld sind häufig

schon ausgeschlossen, wenn es schnell gehen soll. Bei mehreren Anbietern ist Cash Out nicht

möglich, wenn die Wette mit einer Freebet oder mit Bonusgeld platziert wurde. Eine Gratiswette, die

man als reguläre Wette mit Cash-Out-Option einsetzt, eröffnet etwas, das die Freebet selbst nicht

hergibt.

Die Frist, die jeden Prozentsatz entscheidet

Der Wettstar-Neukundenbonus beträgt insgesamt bis zu 40 € — 20 € nach der Anmeldung, dazu ein

Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €.

Beide Beträge sind nicht auszahlbar, der Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für

Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Die

Frist ist hier keine Nebensache, sondern die eigentliche Schwierigkeit: 40 € fünfmal umzusetzen

heißt 200 € Wetteinsatz, verteilt auf zwei Monate. Das ist lösbar, aber es ist Arbeit.

MERKUR BETS beschreibt die erste qualifizierende Kombiwette: Bis 75 € des Einsatzes werden als

Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Bei einer

Ersteinzahlung ab 1 € gab es außerdem eine Freebet über 25 €. Die Option ist der Punkt — wer sie

nicht wählt, verliert den Erstattungsanspruch.

Und der MERKUR BETS CLUB zeigt, dass Gratiswetten auch jenseits der Neukundenphase an Bedingungen

hängen: 5 € Freebet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer

Gesamtquote von mindestens 4,00, bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 €. Die Freebet muss

innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb

von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Drei Tage zum Aktivieren, sieben zum Setzen, sonst nichts.

Und bei einer mit Freebet platzierten Wette ist bei MERKUR BETS kein Cashout möglich; bei einem

Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt.

Was das für die Planung heißt: Wer ein Angebot auswählt, wählt nicht einen Betrag, sondern einen

Ablauf mit Terminen. Der Betrag ist die Überschrift, der Ablauf ist der Text.

Was eine 20-€-Gratiswette wirklich einbringt

Jetzt die Rechnung, die sonst niemand anstellt. Sie funktioniert für jede Freebet, deren Einsatz

nicht ausgezahlt wird, und sie braucht zwei Annahmen: einen Markt mit gleicher Wahrscheinlichkeit

auf beiden Seiten und Quoten, die in Deutschland mit Komma geschrieben werden.

Nehmen wir einen Beispielmarkt mit den Quoten 1,90 auf beide Seiten — ein konstruiertes Beispiel,

kein Angebot eines Anbieters. Aus den beiden Quoten ergibt sich der Quotenschlüssel des Marktes:

1 geteilt durch die Summe von 1/1,90 und 1/1,90. Das sind 0,5263 plus 0,5263, also 1,0526, und der

Quotenschlüssel liegt bei 1/1,0526, gerundet 0,95. Anders ausgedrückt: 95 % aller Einsätze zahlt

dieser Markt zurück, 5 % behält der Veranstalter als Marge.

Eine Gratiswette über 20 €, deren Einsatz nicht ausgezahlt wird, gewinnt auf einer der beiden

Seiten. Im Gewinnfall zahlt der Veranstalter 20 × (1,90 − 1) = 18 € aus; der Einsatz bleibt bei

ihm. Weil das aber nur auf einer der beiden Seiten passiert, ist der durchschnittliche Wert über

beide Ausgänge nicht 18 €, sondern die Hälfte davon: 9 €.

Der saubere Weg zum selben Ergebnis führt über den Quotenschlüssel des Marktes: 20 € mal (1,90 − 1)

geteilt durch 1,90 mal 0,95 — das ergibt rund 9 €. Dieser Wert ist ein Durchschnitt über viele

Wetten, kein Versprechen für einen einzelnen Wettschein.

Diese Rechnung beantwortet genau eine Frage: was die Gratiswette über viele Wetten hinweg im

Mittel wert ist. Sie sagt nichts darüber, ob die eine Wette, die man tatsächlich setzt, gewinnt.

Das kann niemand auf der Seite stehen, und nichts auf der Welt weiß es vorher.

Zwischen 5 und 9 € — dieselben 20 € sind zwei verschiedene Geschenke

Der Wert einer Freebet steht und fällt mit dem Markt, in dem man sie setzt, und mit der Quote, die

man dort bekommt. Bleibt man bei der Quote von 2,00, liegt der Durchschnitt über beide Seiten bei

10 € — aber nur, wenn die Quoten des Marktes zusammen genau 2,00 auf beiden Seiten ergeben. Ein

Markt mit 1,80/1,80 hat einen niedrigeren Quotenschlüssel und damit einen niedrigeren

durchschnittlichen Wert; ein Markt mit 2,10/2,10 einen höheren.

Deshalb steht die Quote der Gratiswette nie allein im Raum. Steht die Wette auf einem Ereignis, das

der Veranstalter mit niedrigem Quotenschlüssel anbietet, ist der Wert kleiner als die 9 € aus dem

Beispiel. Steht sie auf einem Ereignis mit hohem Quotenschlüssel, ist der Wert größer. Die Wette

selbst gewinnt in beiden Fällen nicht häufiger — nur der Betrag, der im Schnitt dabei herauskommt,

unterscheidet sich. Ein Anbieter, dessen Sportwettprogramm einen ordentlichen Quotenschlüssel über

viele Märkte hat, gibt eine Gratiswette wertvoller aus, als eine Gratiswette über 20 € aussieht.

Und der ganze Betrag liegt unter den 20 €, die auf dem Wettschein stehen.

Für die Planung: Wer eine Gratiswette bekommt und sie auf einen Markt mit einem niedrigen

Quotenschlüssel setzt, hat sie nicht schlecht gespielt, sondern teuer eingelöst.

Die Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich

Ein Nebeneinander von zehn Marken nützt nur, wenn zwei Dinge sichtbar werden: ob die Erlaubnis

wirklich für die Sportwettseite gilt, und wie lange der Halter schon dabei ist. Beide Angaben

stehen auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und beide sind

Momentaufnahmen: Die Liste trägt Ausgabedaten, kein Enddatum. Eine Sperre oder ein Entzug wäre

nicht in der Liste lesbar, sondern nur in einer Meldung der Behörde.

Die Spalte „Erlaubnis Sportwetten seit“ sagt deshalb weniger über Sicherheit als über die Routine

des Halters. Zehn Jahre Markt mit deutscher Erlaubnis bedeutet nicht zehn Jahre ohne Beschwerden.

Es bedeutet, dass ein Haus es zweimal geschafft hat, eine Nachfolgeerlaubnis zu bekommen, was

Papierarbeit, nicht Tugend ist.

Dasselbe gilt für die Markenrechnung. Über die Hälfte der zehn Häuser sitzt in Malta: Hillside

(Europe) ENC in Ta’Xbiex für bet365, Betkick Sportsbetting Limited in San Giljan für Betano,

Greentube Betting Malta Limited für AdmiralBet, die LVSports Limited für LeoVegas. Ein maltesisches

Recht hilft in Deutschland nicht weiter. Was hilft, ist die Erlaubnis, die das Haus über die

Whitelist für seine deutsche Domain bekommen hat.

Sitz, Halter, Erlaubnis: die zehn Häuser nebeneinander

Marke Halter Erlaubnis Sportwetten seit
bet365 Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex (Malta) 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Tipwin Tipwin Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022, 09.01.2024
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
DAZN Bet DZBT Operations Limited 22.08.2023
Wettarena I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 13.12.2022, 29.07.2024
Betano Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan (Malta) 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bwin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022

Für LeoVegas führt dieselbe Liste zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem

27.02.2023; für AdmiralBet eine für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem

28.09.2022. Das sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Wer bei AdmiralBet Sportwetten

platziert, ist nicht in dieser Automatenspiel-Erlaubnis unterwegs, sondern in der Sportwetten-

Erlaubnis der Greentube Betting Malta Limited.

Wer die Liste selbst lesen will, braucht keine Vorkenntnisse: Die Whitelist der GGL ist die einzige

Prüfung einer Erlaubnis. Eine .de-Domain beweist nichts; dass eine Domain dort steht, beweist

alles, was ein Spielender in Deutschland überprüfen kann.

Wie sich die Häuser in der Werbung unterscheiden — und worin nicht

Zehn Anbieter, zehn Willkommensangebote, und kaum ein Muster wiederholt sich über alle zehn. Das

ist der interessanteste Befund des Vergleichs. Der Markt deutscher Veranstalter ist in der

Neukundenwerbung so uneinheitlich, dass sich die Angebote nicht in eine Rangfolge bringen lassen,

sondern nur in Gruppen nach Zielgruppe.

Die eine Gruppe setzt auf hohe Beträge und viel Umsatz. Tipwin rechnet 100 % der Einzahlung bis

höchstens 100 € und verlangt siebenmal Umsatz auf Einzahlung und Bonus gemeinsam, je Wettschein

zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80. Siebenmal ist kein

Ansatz, sondern die schwerere Klasse. Die Mindestquote von 1,80 schließt die langweiligen,

sicheren Quoten aus — wer ohnehin nur Favoriten spielt, wird kräftig ausgebremst.

Die andere Gruppe setzt auf überschaubare Summen, die schneller frei werden. MERKUR BETS gab 25 €

Freebet bei einer Ersteinzahlung ab 1 €. Wettstar gibt 20 € nach der Anmeldung und dazu 100 %

der Einzahlung bis höchstens 20 €. bet-at-home gab 10 € auf ein Turnier. Drei Häuser, drei

Kleinigkeiten — und keines davon zwingt zu einer großen Anfangsüberweisung.

Die dritte Gruppe hat keine Prozente, sondern Funktionen. bet365 gibt Wett-Credits nach Umsatz frei

und bewirbt daneben einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen mit

kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz

von der Zahl der Auswahlen abhängt. Das ist ein Produktversprechen mit einer Bedingung darin, aber

eine, die man beim Wetten nicht merkt.

Und dann ist da die Frist. bet-at-home verlangte das Platzieren einer Wette bis zum 28.06.2026 um

18:00 Uhr. MERKUR BETS verlangt die Aktivierung der Freebet innerhalb von 3 Tagen. Tipwin gibt

kein Zeitfenster für das Umsetzen des Willkommensbonus an, verlangt aber, dass bei einer weiteren

Einzahlung ein Restguthaben über 1 € auf dem Konto liegt, sonst ist die Auszahlung blockiert. Wer

sich an Fristen hält, ist Asket. Wer sich an Fristen hält, wird auch nicht von einer Verfallsregel

überrascht.

Wer mit deutscher Erlaubnis wirklich vor einem steht

Eine Marke mit deutscher Erlaubnis ist kein Gütesiegel für ein Produkt, sondern ein Hinweis

darauf, wer bei einem Streit überhaupt das Gegenüber ist. Wer eine Beschwerde hat, hat sie bei

dem Halter, der auf der Whitelist steht — nicht bei dem Namen, der auf der Werbung steht.

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob

die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem

Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013

bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat in seinen Schlussanträgen vom

  1. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 im Grundsatz anerkannt, dass unlizenzierte

Sportwettenanbieter nach nationalem Recht dazu verpflichtet werden können, verlorene Einsätze an

Spielende zurückzuzahlen. Ein Urteil ist das nicht, und ein Anspruch für einzelne Spielende folgt

daraus nicht. Wer 2015 bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verloren hat und aus den

Schlagzeilen eine Rückzahlung herausliest, liest zu viel heraus.

Und die verwandte Frage, die sich immer stellt: Was hat Vorrang, wenn ein Anbieter ohne deutsche

Erlaubnis einen besseren Bonus bietet? Die Antwort ist unbequem und kurz. Ein Haus ohne Erlaubnis

unterliegt nicht den deutschen Regeln zu OASIS, LUGAS oder zum Einzahlungslimit — und bekommt auch

keinen deutschen Rechtsweg. Wer dort spielt, trägt die Ungewissheit selbst.

Wenn ein Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat: was wegfällt

Die Liste dessen, was fehlt, ist länger als das, was wegfällt, weil es einiges ist: keine

Verpflichtung, das Einzahlungslimit einer Person bei 1.000 € pro Kalendermonat zu belassen, kein

Abgleich mit der Sperrdatei, kein Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV, kein Weg zu einer deutschen

Aufsicht bei Streit über einen verweigerten Auszahlungsbetrag.

Auf der anderen Seite steht keine graue Zone. Wer Sportwetten für Menschen in Deutschland ohne

deutsche Erlaubnis veranstaltet, begeht unerlaubtes Glücksspiel. Auffällig daran: Der GGL ging es

zuletzt nicht um Spielende, sondern um Anbieter. Am 17. September 2026 warnte die Behörde

Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten — und

nannte Platincasino namentlich. Eine Warnung, die eine Marke beim Namen nennt, ist mehr als eine

Pressemitteilung.

Wer unsicher ist, ob eine Marke überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat, kann das in zwei Minuten

klären. Die Whitelist wird auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht und nennt für jede

Sportwetten-Erlaubnis die Domain und den Halter.

Was bei unerlaubten Anbietern rechtlich auf dem Spiel steht

Was strafbar ist: die Veranstaltung unerlaubter Wetten, und die Werbung dafür. Für Spielende, die

an solchen Wetten teilnehmen, ist nicht festgestellt, dass sie in großem Stil verfolgt werden.

Wer das Strafrecht deshalb als Kulisse liest, liest richtig: Es ist die Kulisse, vor der die

Aufsicht handelt — durch Untersagungen, Zahlungs- und Netzsperren — und nicht die Waffe, mit der

einzelne Spielende belegt werden.

Der eigentliche Punkt für einen Spielenden liegt nicht im Strafrecht, sondern im zivilen Weg.

Mehrere Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis schon zur Rückzahlung von Einsätzen

verurteilt. Das ist keine Zusage für einen bestimmten Fall. Es ist aber das Argument, das

Bonusjäger vergessen, wenn sie den höheren Bonus nehmen.

Und die Steuer kommt dazu, unabhängig von der Erlaubnis: Wer Sportwetten veranstaltet, schuldet in

Deutschland die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes — 5,3 % vom

Bemessungsgrundsatz „Einsatz minus Steuer“, also rund 5,03 % dessen, was eingezahlt wird. Schuldner

ist der Veranstalter, nicht der Spielende. Ob und wie er die Steuer weitergibt, steht nur in seinen

eigenen Bedingungen. Steuern gezahlt zu haben, ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Was von Erlaubnis und Werbung bleibt, wenn es schiefgeht

Jedes Angebot auf dieser Seite, das bis hierher beschrieben wurde, ist an denselben Satz gebunden,

und der Satz hat mit Boni nichts zu tun: Einzahlungslimit, Sperrdatei und Panikbutton gelten

weiterhin. Eine Gratiswette ändert daran nichts, und eine Werbung mit Gratiswetten ändert daran

nichts. Sie ist die Oberfläche; die Werkzeuge darunter bleiben unverändert.

Einzahlungslimit, LUGAS und die 1.000 €, die niemand pro Monat überschreiten darf

§ 6c Abs. 1 GlüStV setzt ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter

hinweg als Regelfall, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Das ist kein Vorschlag. Ein Anbieter

mit entsprechender Erlaubnis darf für eine einzelne Person nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher

Leistungsfähigkeit ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in Ausnahmefällen bis 30.000 € für

höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Und das Limit

greift über alle Häuser, in denen man spielt — nicht nur in dem, bei dem gerade ein Bonus liegt.

OASIS: warum eine Sperre wichtiger ist als ein Bonus

§§ 8 und 8a GlüStV: OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, in das man sich selbst eintragen

lassen kann. Die Sperre dauert mindestens drei Monate, wenn man einen Zeitraum nennt, sonst

mindestens ein Jahr. Abgefragt wird sie bei der Registrierung und bei jedem Login. Für Menschen,

die den Verdacht haben, dass ihr eigenes Spiel außer Kontrolle gerät, ist das wirksamste Werkzeug

nicht die Bonushöhe, sondern die Sperre — sie kostet nichts und niemanden etwas. Und der

Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV sperrt sofort für 24 Stunden.

Vor der Verifizierung erlaubt § 6a GlüStV höchstens 72 Stunden Spiel mit einem Einzahlungslimit

von 100 € und ohne Auszahlungen. Das erste, was ein neues Konto also tut, ist Papiere zeigen und

warten. Wer in den ersten Tagen viel gewinnt, kann es tatsächlich nicht auszahlen — bis die

Verifizierung durch ist.

Ein Wort an alle, die in den ersten Wochen zu viele Boni einsammeln

Parallel spielen ist untersagt. § 6h GlüStV in Verbindung mit der Aktivitätsdatei soll verhindern,

dass jemand bei mehreren Anbietern zugleich spielt, und die Bonusjagd über mehrere Häuser

gleichzeitig ist genau das. Auch die Regel „ein Konto pro Anbieter“ nach § 6a GlüStV macht dem

Doppelkonto ein Ende — und Kontosperren wegen Mehrfachkonten kosten mehr als der Bonus einbringt.

Die Empfehlung folgt aus dem System. Wer ein Willkommensangebot nutzt, sollte es bei einem Haus

nutzen, bis die Umsatzbedingungen abgeschlossen sind, nicht bei fünf Häusern gleichzeitig mit dem

Ziel, die Fristen zu schaffen. Der Grundsatz bleibt, wer in Deutschland auf Konto Basis spielt,

sollte es so tun, dass es beherrschbar bleibt: keine kurzen Einsatzfolgen mit hohen Beträgen,

keine Boni als Anlass für zusätzliche Einzahlungen.

Wer Unterstützung braucht, findet sie in einer Beratungsstelle. Und wer sich sperren lassen will,

lässt sich sperren — die Sperre kennt keine Bonusbedingungen.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Ein Vergleich von zehn Marken lebt von der Reihenfolge, und die folgt hier keiner Wertung, sondern

dem ersten Erlaubnisdatum der Sportwettseite. Wer das Nebeneinander dieser Liste sortiert, sieht

einen Markt, der 2020 mit einer ersten Welle begann und seitdem in Wellen dazugekommen ist.

bet365: die größte Werbezeile und die schwächste Auszahlung im Gewinnfall

bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“. Der Anbieter hinter Bet365.de ist laut

Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die Erlaubnis für Sportwetten

besteht seit dem 09.10.2020, mit einer Nachfolgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Die 100 € sind damit zugleich das größte Startkapital und das am schwierigsten zu bewertende. Die

Wett-Credits werden erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung

freigegeben. Es dauert also, bis das Guthaben da ist. Danach steht die Regel, die den Wert der

Credits zuschneidet: Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Beispiel: Man zahlt 100 € ein, spielt (nicht mit den Credits, sondern mit eigenem Geld) Wetten

im Wert von 100 € ab und bekommt dann 100 € Credits. Setzt man die 100 € Credits zu einer Quote von

1,90 ein und gewinnt, zahlt bet365 90 € aus. Die Credits sind aufgebraucht, der Gewinn nicht.

Auf der Produktseite bietet bet365 darüber hinaus einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei

oder mehr Auswahlen mit kombinierten Quoten von 2,00 oder höher, einen Gewinn-Boost für Kombiwetten,

dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt, Cash Out, „Einwechslung+“ und „Wette

teilen“. Das ist eine breite Produktpalette, und sie ist der Grund, warum bet365 dennoch auf viele

Liste kommt — nicht das Willkommensangebot. Wer Wett-Credits als Einstieg nutzt und dann bleibt,

bekommt ein funktionsreiches Sportwetten-Programm. Wer nur die 100 € Zahl gelesen hat, bekommt

weniger, als er gelesen hat.

Tipwin: siebenmal Umsatz mit einer Quote, die Langeweile ausschließt

Tipwin steht auf der Whitelist mit der Tipwin Limited als Halter, Sportwetten-Erlaubnis seit

dem 09.10.2020, Nachfolgeerlaubnisse vom 27.12.2022 und 09.01.2024.

Der Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Damit ist er einer der

größten im Feld. Er kommt mit drei Bedingungen. Erstens: Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor

einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden. Zweitens: Je

Wettschein zählen höchstens 100 €. Drittens: Es zählen nur Wettscheine mit einer Quote von

mindestens 1,80.

Der erste Punkt ist der teure. Wer 100 € einzahlt, hat 200 € auf dem Konto und muss 1.400 €

Wetteinsatz in Sport- und Livewetten erbringen, bevor er an eine Auszahlung denkt. Die beiden

anderen Punkte verringern die Zahl der Wettscheine, mit denen sich das bewerkstelligen lässt.

Und eine Bedingung, die man beim Lesen übersieht: Nur verifizierte Konten erhalten den Bonus. Wird

vor der Verifizierung eingezahlt, kann der Bonus erst mit der nächsten Einzahlung beansprucht

werden. Wer schnell sein will und vor dem Abschluss der Prüfung überweist, hat Pech. Dazu kommen

Ausschlüsse: Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt

einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.

Der Bonus lässt sich nicht an einem Abend freispielen. Ein Wettschein mit einer Quote von 1,80 ist

eine Favoritenwette, und die verliert statistisch oft genug, dass die Umsatzstrecke ins Rutschen

kommen kann. Wer die 7-fache Last akzeptiert und je Wettschein 100 € einsetzen kann, kann es

schaffen.

888sport: die Holding auf der einen, die Sportwetten-Erlaubnis auf der anderen Seite

Für 888sport nennt die Whitelist die 888 Germany Limited als Halterin, mit einer

Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Nachfolgeerlaubnis vom 15.12.2022. Dieselbe

888sport gehört zur 888-Gruppe, deren Holdinggesellschaft die 888 Holdings PLC mit Sitz in

Gibraltar ist und deren Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist.

Wer die beiden Zeilen hintereinanderlegt, sieht das Muster der Branche in Reinform: Die börsennotierte

Holding hält die Marke, die deutsche Erlaubnis hält eine andere Gesellschaft. Wer wissen will, wer

für die deutsche Seite verantwortlich ist, muss in der Whitelist nachsehen, nicht im

Börsenprospekt.

Der Vorteil für Spielende liegt weniger im Produkt als in der Nachvollziehbarkeit: Eine Gruppe mit

dieser Historie hat Übung darin, in regulierten Märkten zu arbeiten. Die Zahlen der Erlaubnis sind

entsprechend schmucklos.

Was 888sport an eigenen Startguthaben-Bedingungen nicht überliefert ist, sollte man selbst

nachlesen: Der Veranstalter führt seine aktuelle Neukundenaktion in den eigenen Angebotsbedingungen,

und die ändern sich schneller als jede Übersicht.

bet-at-home: die kleinste Gratiswette und der früheste Termin

Die Whitelist führt für bet-at-home die Bet-at-home.com Internet Limited, Sportwetten-Erlaubnis

seit dem 02.11.2020, Nachfolgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Das jüngste Angebot im Feld war auch das klarste: eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM

2026. Sie galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den

Registrierungsweg des Anbieters anmeldeten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr

platziert werden. Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen.

Das ist strukturell die freundlichste Form: kein Umsatz, kein Ratenspiel mit dem Guthaben. Dafür

sind es 10 €. Bei einem angenommenen Quotenschlüssel von 0,95 und einer Quote von 1,90 entspricht

eine 10-€-Gratiswette einem durchschnittlichen Wert von etwa 4,50 €. Gemessen an den 1.000 €, um

die es beim Einzahlungslimit geht, ist das eine Randnotiz — aber der Weg zum Geld ist kurz. Es hat

seinen Preis in der Größe, die man heute nicht mehr bekommt, weil das Turnier entschieden ist.

LeoVegas: die Erlaubnis für Sportwetten ist erst ein Jahr alt

Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für

Sportwetten seit dem 21.10.2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem

27.02.2023.

Die jüngste Sportwetten-Erlaubnis im Feld. Für Spielende heißt das zunächst nur, dass die Marke

zuletzt dazukam. Wer aus der Börsennotierung oder der Casino-Erlaubnis auf das Sportwettenangebot

schließt, schließt zu weit. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis

mit anderen Regeln und sagt über das Sportwettenprogramm nichts aus.

Für Neukunden, die den Startguthaben-Wettbewerb beobachten, ist das ein anderes Verhältnis zur

Branche: Der Anbieter muss sich im Sportwettenmarkt erst etablieren und ist daher eher bereit, in

eine Neukundenaktion zu investieren. Diese Logik ist plausibel und nicht mehr.

DAZN Bet: Cash Out, aber nicht dort, wo es oft versprochen wird

Die Whitelist nennt für DAZN Bet die DZBT Operations Limited, Sportwetten-Erlaubnis seit dem

22.08.2023.

Die Bedingung, die DAZN Bet für sich reklamiert, ist Cash Out: bei Einzel- und Kombiwetten

möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten. Der Betrag richtet

sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit wird nicht garantiert.

Diese Bedingung ist die interessantere, weil sie die Bonus- und die Wettfunktion trennt. Wer

versucht, eine Freiwette mit Cash Out zu retten, scheitert an der Freiwette, nicht an der Funktion.

Und der offene Punkt — Verfügbarkeit nicht garantiert — ist keine Nebenbemerkung: Cash Out ist bei

den meisten Anbietern ein Zugeständnis, das verschwinden darf, wenn sich die Quoten zu stark

bewegen. Auf ein Cash-Out als Ausstieg zu bauen, ist eine Wette auf die Kulanz des Veranstalters.

Wettarena: der Halter, den man aus der Werbung nicht kennt

Für Wettarena nennt die Whitelist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta.

Wettarena ist eine der ältesten Erlaubnisse im Feld: Sportwetten seit dem 09.10.2020, mit einer

Nachfolgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Der Halter ist der Punkt. I.B.C. Sportsbetting Limited ist die Art Firmenname, die niemand mit dem

Markennamen verbindet, und genau deshalb steht sie hier. Wer bei Wettarena über eine Auszahlung

streitet, streitet mit der I.B.C. — vor einem maltesischen oder deutschen Gericht. Nicht mit der

Marke, nicht mit einer Holding aus der Werbung.

Wettarena ist ein Beispiel dafür, wie wichtig der Blick in die Whitelist ist: Es gibt zur Marke

keinen bekannten Konzern, auf den man sich berufen könnte. Der Halter steht allein.

AdmiralBet: die Erlaubnis für die Sportseite und die Erlaubnis für die Automaten liegen getrennt

Die Whitelist führt für Admiralbet.de die Greentube Betting Malta Limited mit einer

Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für

virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.

Dasselbe Haus, zwei Erlaubnisse, zwei Regeln. Die Sportwetten-Erlaubnis erlaubt keine

Automatenspiele, und die Automaten-Erlaubnis erlaubt keine Sportwetten. Für Spielende ist die

Trennung wichtig, weil die Regeln dahinter unterschiedlich sind: keine Panikbutton-Regel für

die Sportwetten, keine Bonusgrenzen für Sportwetten aus dem Automatenspielrecht, und keine

Übertragung von einem auf das andere.

Die dreifache Nachfolge — 13.12.2022 und 29.07.2024 — ist ein Zeichen von Routine im Umgang mit

der Aufsicht.

Betano: der Halter aus San Giljan und ein Programm, das sich sehen lassen kann

Betano steht auf der Whitelist mit der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan,

Malta. Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021, Nachfolgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Betano gehört zur zweiten Welle der Erlaubnisse, die 2021 vergeben wurden, und die Marke ist in

Deutschland vor allem mit Sportsponsoring bekannt. Über die Bedingungen eines Startguthabens

entscheidet das Sponsoring nicht — wer ein Angebot prüft, liest es im Angebotstext, nicht im

Stadion.

Auffällig am Vergleich: Bei den Häusern, die 2021 dazukamen, sind die Angebote oft moderater als

bei den Häusern, die erst 2023 oder 2024 starteten. Das ist Marktlogik. Wer seit 2021 Stammkunden

hat, muss sie nicht erst kaufen.

bwin: die App als Produkt, der Halter als deutsche Gesellschaft

Für bwin steht die bwin (Deutschland) Limited in der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem

09.10.2020, Nachfolgeerlaubnis vom 23.12.2022.

bwin tritt als Marke vor allem über die App in Erscheinung. Die App wird im Apple App Store von der

bwin.party entertainment Limited angeboten und nennt in ihrer Entwicklerbeschreibung Cashout in

manueller und automatischer Form, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und

Quoten-Boost. Ist der Halter eine deutsche Gesellschaft, ist der Anbieter eine andere.

Der Abstand zwischen App und Halterin ist hier fast am größten. Wer die Marke kennt, kennt die App;

wer den Vertragspartner kennt, kennt eine Limited, die kaum jemand je gesehen hat. Für die

Auszahlung zählt die zweite.

Was nach dem Vergleich übrig bleibt

Eine Rangfolge wäre an dieser Stelle eine Erfindung. Was sich festhalten lässt, sind

Entscheidungswege, und sie hängen an einem Budget.

Wer 200 € oder mehr auf ein neues Konto legen kann und ohnehin jede Woche spielt, findet in den

Umsatzangeboten den größten Hebel — und in den Umsatzbedingungen das größte Risiko, die Bedingungen

nicht zu erfüllen. Wer 20 € ausprobiert, nimmt eine Freebet oder ein kleines Doppelangebot und

akzeptiert den kleineren Wert. Und wer vor allem wissen will, ob ihm ein Anbieter liegt, nimmt ein

Haus mit kurzer Frist und ohne Umsatzlast, zahlt den kleineren Betrag für die kleinere Verpflichtung

und entscheidet nach einem Monat nach.

Zu den Bedingungen, die diesen Vergleich tragen

Ein Vergleich deutscher Sportwetten-Anbieter endet nicht mit einer Rangfolge, sondern mit einem

Satz: Fast alle Konkurrenz um Neukunden spielt sich inzwischen in den Randbedingungen ab. Die

Beträge sind großzügig, die Funktionen sind ähnlich, und die Unterschiede liegen dort, wo die

wenigsten hinsehen — bei den Fristen, bei der Mindestquote, beim frei verfügbaren Restguthaben,

beim quittierten Ticketrückkauf, bei der Verifizierung.

Das ist keine Konsequenz aus der Regulierung, sondern aus einem Markt, der reif geworden ist. Wenn

niemand mehr über 100 € staunt, konkurriert man über die Bedingungen, die niemand liest.

Ein Punkt zum Schluss, der bei keinem Angebot fehlen darf: Wer in Deutschland mit Startguthaben

wettet, sollte Bedingungen lesen, nicht Beträge vergleichen. Die zweite Zahl, die in den

Kaufvertrag einfließt, ist immer das Einzahlungslimit über die LUGAS-Limitdatei, und das dritte

ist die Frist. Beide haben mehr Gewicht als der Hundert-Euro-Betrag, der auf dem Banner steht.

Und dann ist da noch der Steuersatz, der in jedem Angebot steckt: Sportwettensteuer, 5,3 % vom

Bemessungsgrundsatz „Einsatz minus Steuer“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, vom

Veranstalter geschuldet. Steuern schmälern jeden Topf — auch den Bonus. Wer das weiß, freut sich

über die 10 %, die der Veranstalter als Bonus gibt, ein bisschen leiser.

Häufige Fragen zu Wettanbietern mit Startguthaben

Gibt es bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis ein Startguthaben ganz ohne Einzahlung?

Nein. Keine der zehn Marken mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der GGL-Whitelist schreibt Geld

für eine reine Registrierung gut; jede Aktion verlangt eine Einzahlung, eine Wette oder beides.

Zwei Häuser zahlen einen kleinen Betrag schon vor der Einzahlung aus, aber die Verbindung zur

Einzahlung bleibt bestehen.

Worin unterscheiden sich Bonusgeld, Freebet und Wett-Credits genau?

Bonusgeld erhöht eine Einzahlung und ist meist an Umsatzbedingungen gebunden. Eine Freebet ist ein

Wettschein in fester Höhe, oft mit kürzerer Frist. Wett-Credits sind Guthaben, das erst nach

Umsatz freigegeben wird. Der Einsatz einer Freebet oder eines Credit-Guthabens wird bei einem

Gewinn in der Regel nicht ausgezahlt.

Wird der Einsatz einer Gratiswette mit dem Gewinn ausgezahlt?

Regelmäßig nicht. Bei bet365 enthalten die Gewinne aus den Wett-Credits den Einsatz nicht. Bei einer

20-€-Wette zu einer Quote von 1,90 zahlt der Anbieter damit 18 € aus, nicht 38 €. Genau das ist der

Unterschied zwischen einem Startkapital und einem befristeten Wettschein.

Welche Umsatzbedingungen und welche Mindestquote gelten für Willkommensboni?

Das reicht von „keine Umsatzbedingungen“ bei der WM-Gratiswette von bet-at-home bis zu siebenmal

Umsatz auf Einzahlung und Bonus zusammen bei Tipwin, je Wettschein höchstens 100 € und nur

Wettscheine mit einer Mindestquote von 1,80. Bei Winamax muss nur die Einzahlung einmal umgesetzt

werden, bei einer Mindestquote von 1,05.

Lässt sich eine deutsche Erlaubnis für ein Startguthaben prüfen?

Ja, und zwar an einer Stelle: Die GGL-Whitelist nennt für jede Sportwetten-Erlaubnis die Domain und

den Halter. Steht die Domain dort nicht, darf der Anbieter deutschen Spielenden keine Sportwetten

anbieten — unabhängig davon, welche Lizenz die Werbung ausweist.

Inhalt erstellt vom Team «1X2 wetten»