Roland Garros Wetten 2026: Zehn erlaubte Anbieter und was die Quote wirklich hergibt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand der Liste 2. Oktober 2026.

Ein Sandplatz mit rötlichem Belag und gezogenen weißen Linien, ein einzelner Tennisball liegt neben der Linie, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Die French Open (Roland Garros) werden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand (Terre battue) ausgetragen; Veranstalter ist der Weltverband ITF.

Der Turniersieger der French Open 2026 steht schon fest: Alexander Zverev gewann das Herreneinzel gegen Flavio Cobolli, bei den Damen setzte sich Mirra Andrejewa gegen die Qualifikantin Maja Chwalińska durch. Wer heute auf „Roland Garros 2026“ sucht, sucht also nach einem Ergebnis, das es längst gibt. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der erste Kostenposten dieser Seite. Ein Anbieter, der Ihnen Turniersieger-Quoten auf ein abgeschlossenes Turnier zeigt, verkauft Ihnen keine Wette, sondern eine Erinnerung. Die French Open werden jedes Jahr gespielt, die Ausgabe 2027 folgt, und die Quoten darauf entstehen erst mit der Auslosung.

Was bleibt, ist die Frage nach dem Preis. Jede Quote enthält zwei Zahlen: die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter für möglich hält, und seinen Aufschlag darauf. Der zweite wird nie ausgeschrieben, sitzt aber in jedem Wettschein. Auf den folgenden Abschnitten geht es deshalb nicht darum, wer das schönste Tennis-Programm hat, sondern darum, was eine Wette auf Sand in Paris den Spielenden kostet — an Marge, an Steuer, an Bedingungen und an Zeit, die man mit dem Wettschein verbringt.

Die besten Anbieter für Roland-Garros-Wetten im Vergleich

Zehn Marken, zehn Whitelist-Einträge, ein gemeinsamer Nenner: Alle dürfen in Deutschland Sportwetten veranstalten, und alle tragen ihre Erlaubnis nicht selbst, sondern über eine Betreibergesellschaft mit Sitz in Malta. Das ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche aufhören und der eigentlich erst interessant wird. Wer einen Wettschein ausfüllt, schließt den Vertrag mit der Limited, nicht mit dem hübschen Logo darüber.

Ein Tennisschläger lehnt an einer dunkelgrünen Bande ohne Aufschrift auf einem Sandplatz, daneben liegt ein Handtuch.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt.

Panorama der geprüften Anbieter

Marke Whitelist-Status und Inhaberin Sportwetten-Erlaubnis seit Was sie sonst noch zeigt
Winamax Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 Live-Streams von allen vier Grand Slams sowie allen ATP- und WTA-Turnieren
VBet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin SCGO Limited 05.12.2023 —
Sportingbet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 Konfigurator+ und Live-Wetten, Tennis im Programm
Tipico Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 Cashout als Kontrolle über den Wettschein, Live-Wetten
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 —
LeoVegas Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin LVSports Limited 21.10.2024 —
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 —
bpremium Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 —
Betano Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 Bet Builder, Cash Out, Live-Streaming unter anderem von Tennis-Grand-Slams
bwin Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 —

Die Spanne bei den Erlaubnisdaten erzählt mehr über den Markt als über die Anbieter. Sieben der zehn Marken haben ihre erste Erlaubnis im Herbst 2020 oder im ersten Halbjahr 2021 erhalten, also in der Startphase des heutigen Regimes, und ihre Folgeerlaubnis Ende 2022. LeoVegas kam erst am 21.10.2024 hinzu, VBet am 05.12.2023. Ein spätes Datum ist kein Makel: Eine Erlaubnis nach § 4c Abs. 1 GlüStV läuft fünf Jahre, und die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Ablaufdatum. Wer trotzdem eines in einer Tabelle findet, hat einen Anbieter gefunden, der etwas erfindet.

Und die letzte Spalte? Sie ist absichtlich dünn. Live-Streams, Bet Builder, Cash Out — das sind Eigenschaften, die im Vergleich hübsch aussehen und beim Ausfüllen eines Wettscheins auf ein Sandplatz-Match wenig ändern. Ein Konfigurator+ macht aus einer Zwei-Weg-Quote kein besseres Geschäft.

Wie Wetten auf das Pariser Sandplatzturnier funktionieren

Die French Open werden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand ausgetragen, Terre battue, Veranstalter ist der Weltverband ITF. Das erste Turnier lief 1891 als „Championnat de France international de Tennis“. Zwei Wochen im Jahr, ein Belag, der Ballwechsel verlängert und Aufschläger entzaubert. Für die Quote ist das keine Randnotiz, sondern ein Eingangswert.

Zwei Wochen, die den ganzen Markt bewegen

Der Turnierverlauf gibt den Takt vor. In den ersten Runden stehen viele Partien gleichzeitig im Programm, die Quoten entstehen oft erst kurz vor dem Aufschlag, und die bespielten Namen sind jene, die an diesem Tag auf dem Platz stehen. Ab dem Achtelfinale dünnt das Feld aus, die Auswahl schrumpft auf eine Handvoll Matches, und die Quoten werden enger — nicht weil die Buchmacher großzügiger werden, sondern weil klarer ist, wer gewinnt. Die Finals sind gesetzt, alles davor ist Bewegung.

Wer ein Einzelmatch bespielt, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Bei den French Open spielen die Herren auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei; bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Auf diese Regelung haben sich alle vier Grand-Slam-Turniere im März 2022 verständigt. Ein Drei-Satz-Format in der Herrenkonkurrenz heißt: mehr Gelegenheiten für einen Favoriten, ein frühes Break zurückzuholen, und mehr Gelegenheiten für einen Außenseiter, dem Favoriten einen Satz abzunehmen, ohne das Match zu gewinnen.

Turniersieger, Matchsieger, Satz — drei Wetten, drei Geschäfte

Der Unterschied zwischen einer Turnierwette und einer Matchwette ist nicht nur die Dauer, sondern die Frage, wie lange Ihr Geld gebunden ist. Eine Langzeitwette auf den Gesamtsieger liegt vom ersten Tag an im Wettschein, und die Quote darauf verändert sich mit der Auslosung: Fällt ein gefährlicher Gegner in dieselbe Hälfte, verschiebt sich die Zahl, ohne dass ein Ball geschlagen wurde. Bezahlt wird erst nach dem offiziellen Ende des Turniers.

Die Matchwette auf den Sieger einer Partie ist das kürzeste Geschäft, das dieses Turnier bietet, und deshalb das, bei dem die Marge am wenigsten Gelegenheit hat, sich über Wochen zu verstecken. Die Satzwette schneidet eine Teilfrage heraus. Eine Handicap-Wette verschiebt die Ausgangslage künstlich, damit aus einem klaren Favoriten ein interessanter Preis wird. Alle drei sind gängige Formen, und alle drei tragen denselben Aufschlag — nur an unterschiedlichen Stellen.

Was die Marge konkret bedeutet, lässt sich an einem Beispiel zeigen, das keine Quelle behauptet und das deshalb ausdrücklich als Rechnung zu lesen ist: Nehmen wir einen Markt mit genau zwei Ausgängen, beide zu einer Quote von 1,90. Rechnen wir den Quotenschlüssel aus — die Kehrwerte beider Quoten addiert, also 1 geteilt durch 1,90 plus 1 geteilt durch 1,90, davon der Kehrwert —, liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent. Die Marge beträgt damit ungefähr 5 Prozent des auf diesen Markt gesetzten Geldes. Bei einem Sandplatz-Match entspricht das der Größenordnung, mit der in der Praxis zu rechnen ist; bei einem Markt mit zahlreichen Ausgängen wie der Frage nach dem Gesamtsieger fällt sie breiter aus, weil jede weitere Möglichkeit einen weiteren Aufschlag trägt. Eine Quote von 1,90 in einem Zwei-Weg-Markt und eine Quote von 1,90 in einem Markt mit zwanzig Ausgängen sind also nicht dasselbe Angebot, auch wenn dieselbe Zahl auf dem Zettel steht.

Was eine Wette am Ende zurückzahlt

Der Auszahlungsbetrag folgt einer Regel, die kein Buchmacher erklären muss, weil sie überall gleich ist: Einsatz mal Quote. Bei 10 € Einsatz und einer Quote von 2,10 stehen am Ende 21 € auf dem Konto, der Gewinn vor Abzug der Steuer beträgt 11 €. Verloren ist der Einsatz nur bei einem Ergebnis, das diese Wette nicht trifft.

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einer einzigen Zahl. Zwei Legs zu 1,90 und 1,95 ergeben zusammen 3,705 — krumm, lang, verlockend. Was in der Werbung gern unter den Tisch fällt: Mit jeder zusätzlichen Kombination multiplizieren sich nicht nur die Quoten, sondern auch die Margen. Der Aufschlag, der in einer Einzelwette rund 5 Prozent kostet, liegt nach zwei Legs schon deutlich darüber, nach vier oder fünf Legs in einem Bereich, den kaum noch jemand mitrechnet. Die höhere Quote ist kein Geschenk. Sie ist der Preis für ein zusätzliches Risiko, plus Aufschlag.

Rechtslage: Wer in Deutschland überhaupt Roland-Garros-Wetten annehmen darf

Die zuständige Stelle ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), tätig nach dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, sie beaufsichtigt und sie büßt nach § 28a. Der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei auch mit Pferdewetten, und drei Inhaber mit einer Erlaubnis nur für Pferdewetten.

Eine Messingwaage steht auf einer polierten Tischplatte vor einem Fenster, durch das gedämpftes Licht fällt.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Eine .de-Adresse allein beweist nichts. Das ist der Satz, den sich jeder merken sollte, der im Netz auf ein hübsches deutsches Domainende stößt. Nur die Adresse, die in der Whitelist unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, darf Sportwetten annehmen — die Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse desselben Inhabers sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln und sagen über das Sportwettenangebot nichts. Ob eine Erlaubnis besteht, prüft man in der Liste selbst und nicht in einem Testbericht.

Was erlaubt ist und was nicht

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombiwette nach § 21 Abs. 1 GlüStV — und nur Wettarten, die die GGL zugelassen hat, festgehalten im Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Ein Anbieter, der eine Wettart außerhalb dieses Programms anbietet, bietet sie ohne Erlaubnis an.

Bei Live-Wetten greift § 21 Abs. 4, und die Regel ist enger, als die Werbung vermuten lässt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnliches Ereignis gewettet werden, und das nur in Sportarten, in denen solche Vorkommnisse selten sind. Der nächste Satz im Tennis ist erlaubt. Der nächste Punkt nicht. Es gibt deshalb in Deutschland keine Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis und keinen nächsten Korb im Basketball, und für den Anbieter ist der Verzicht absurd einträglich: Punkt-für-Punkt-Märkte gehören zu den umsatzstärksten Live-Produkten überhaupt.

Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — die GGL-Praxis rechnet Fußball unterhalb der 3. Liga dazu —, ferner manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist — ein erlaubtes E-Sport-Wetting gibt es in Deutschland nicht. Cash Out ist nirgends gesetzlich geregelt; die Funktion ist allein Sache des jeweiligen Anbieters und steht unter seinen Bedingungen. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Steuer, Zahlungswege und das, was vom Einsatz übrig bleibt

Die Sportwettensteuer steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzestext als den gezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst beschreibt — umgerechnet rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags. Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende. Ob und wie der Aufschlag weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst; belastbar ist dazu nur, was in seinen eigenen Bedingungen steht. Die Formulierung „5,3 Prozent des Einsatzes“ ist in jedem Fall falsch, und sie steht trotzdem in erstaunlich vielen Texten. Außerdem: Die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter. Gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Bei den Zahlungswegen ist die Regel strenger, als die Auswahl vermuten lässt. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind nur Zahlungen von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter konkret akzeptiert, ist dessen eigene Sache und nur seinen Bedingungen zu entnehmen. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6 und 7).

Offshore: was fehlt, wenn die Erlaubnis fehlt

Wer Sportwetten für Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei Platincasino namentlich genannt. Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 StGB unter Strafe, bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe — wobei Verurteilungen einzelner Spielender nicht feststehen. Das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, die Sache dramatischer zu machen, als sie ist.

Zivilrechtlich haben Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — außer, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil ist das nicht, und eine Rückzahlung ist niemandem versprochen.

Nüchtern gegenübergestellt: Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis kann höhere Limits bieten, weil ihn das deutsche Limitrecht nicht bindet. Er ist aber an OASIS nicht angeschlossen, prüft die Sperrdatei nicht und kennt die LUGAS-Limitdatei nicht. Wer dort spielt, spielt ohne Verbraucherschutz des deutschen Regimes und ohne deutsche Anspruchswege, wenn etwas schiefgeht. Bei den erlaubten Anbietern gibt es Rechtssicherheit, Schutzmechanismen und eigene Anspruchswege — dafür aber das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, beschränkte Live-Märkte, die vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.

Spielerschutz: die Regeln, die den Einsatz begrenzen

Zwei Wochen Grand Slam sind ein Verführungsprogramm. Jeden Tag neue Partien, jeden Tag ein Wettschein, und am Sonntag fällt beim Blick aufs Konto auf, dass aus zehn kleinen Einsätzen ein mittlerer Verlust geworden ist. Der deutsche Rahmen setzt genau dort an, und er tut es nicht mit Appellen, sondern mit harten Grenzen.

Altersgrenze, Verifizierung, ein Konto

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Ein Konto pro Anbieter, und die vollständige Verifizierung ist Pflicht (§ 6a). Vor dem Abschluss der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel betreiben — mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich also frisch registriert und am ersten Abend des Turniers gleich einzahlen will, merkt spätestens an dieser Grenze, dass es nicht um Vertrauen geht, sondern um Nachweisbarkeit.

Das parallele Spielen mit mehreren Konten bei einem Anbieter ist nach § 6h verboten und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Weitere Konten bei anderen Anbietern sind erlaubt — das Einzahlungslimit gilt jedoch über alle Anbieter hinweg, und genau deshalb sieht man in den Bedingungen, wie viele Ersatzwege die Selbstkontrolle kennt.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € und was es in der Praxis heißt

Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt standardmäßig ein Limit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit setzen — bis 10.000 € und in einem Bereich von 10.000 € bis 30.000 € für höchstens 1 Prozent seiner aktiven Spielenden —, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung genügt dafür nicht. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.

Die Sieben-Tage-Regel und die 1.000 € sind es, die den Kostenrahmen dieser vierzehn Tage bestimmen, und beide werden unterschiedlich gelesen. Ein Punkt, der in Anbietertexten selten auftaucht: Dass ein Turnier zwei Wochen dauert, ändert am Limit nichts, denn die Grenze hängt am Kalendermonat und nicht am Spielanlass. Ob eine Absenkung vor dem ersten Achtelfinalspiel etwas ändert, hängt auch von der Auszahlung ab: Eine platzierte Wette ist platziert, und ein Limit wirkt auf die Einzahlung, nicht auf das Setzen.

OASIS, Panikbutton und die Grenzen des Schutzes

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV; die Datei wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Wer sich während des Turniers sperrt, ist für die Dauer raus, unabhängig davon, wie das Finale ausgeht — die Regel kennt keine Ausnahme für ein Match, das gerade läuft.

Offshore-Anbieter sind an OASIS und an LUGAS nicht angeschlossen. Diese eine Tatsache ist der praktische Kern der ganzen Rechtslage: Die Grenzen, die eine Spielsucht bremsen sollen, existieren nur dort, wo eine deutsche Erlaubnis besteht.

Wettarten und Quoten: wo die Marge sitzt

Quoten sind Angebote, keine Messungen. Wenn zwei Anbieter für dasselbe Match 1,72 und 1,78 zeigen, dann ist das ein Unterschied von rund drei Prozent in der Rendite, und über ein Turnier mit zwanzig Wetten ist das genau die Größe, die am Ende über die Bilanz entscheidet. Deshalb lohnt es, bei Tennis-Märkten genauer hinzusehen als bei Fußball, wo die Quoten bekannter sind und die Aufschläge enger beieinanderliegen.

Winamax bewirbt sich im Fußbereich seiner Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball aus dem Zeitraum vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. 45 Prozent ist eine Zahl, die sich sehen lassen kann, und gleichzeitig eine Zahl, die sagt: In 55 Prozent der Fälle stand ein anderer Anbieter vorn. Wer nach dieser Werbung ausschließlich zu Winamax geht, verliert in mehr als der Hälfte der Fälle Geld, ohne es zu merken.

Gesamtsieger, Matchsieger, Satzwette, Handicap

Die vier gängigen Formen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Zeit und wie viel Ungewissheit im Wettschein steckt. Der Gesamtsieger ist eine Langzeitwette, die vom ersten Tag an liegt und deren Quote sich mit der Auslosung bewegt. Der Matchsieger ist die kürzeste Wette. Die Satzwette schneidet eine Teilfrage heraus, ohne das ganze Match zu binden. Das Handicap verschiebt das Ergebnis, bis aus einem klaren Favoriten ein Preis wird, über den man nachdenken kann — der Aufschlag bleibt derselbe, und das Ergebnis ist dieselbe Partie, nur mit einem anderen Bezugspunkt.

Ein Punkt, der gegenüber Fußball oft untergeht: Im Tennis hängt die Matchsieger-Quote an einem Format, nicht an einem Moment. Weil die Herren auf drei Gewinnsätze spielen und die Damen auf zwei, ist die Quote auf den Matchsieger in der Herrenkonkurrenz strukturell anders fundiert als in der Damenkonkurrenz — längerer Weg, längerer Weg zurück, andere Grundlage für den Aufschlag. Wer die Quote mit der eines Drei-Satz-Matches im ATP-Alltag vergleicht, vergleicht nicht dasselbe Turnier.

Die Rechnung, die den Wert einer Gratiswette bestimmt

Ein Anbieter, der eine Gratiswette in Aussicht stellt, schenkt in aller Regel kein Geld. Bei einer Gratiswette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, ergibt sich der durchschnittliche Wert aus dem Betrag mal der Quote minus eins, geteilt durch die Quote, multipliziert mit der Auszahlungsquote des Marktes. Nehmen wir eine Gratiswette über 10 € auf eine Quote von 1,90 in einem Zwei-Weg-Markt mit rund 95 Prozent Auszahlungsquote: 10 € mal 0,90 durch 1,90 sind etwa 4,74 €, davon gerundet 95 Prozent. Der Wert liegt damit bei rund 4,50 € — nicht bei 10 € und nicht bei 19 €. Das ist ein statistischer Durchschnittswert über viele Wetten, kein garantierter Ertrag für einen einzelnen Wettschein.

Dieselbe Rechnung von der anderen Seite: Der Anbieter verlangt für eine Gratiswette in der Regel eine Mindestquote, eine Frist und eine Reihe von Umsatzbedingungen. Jeder dieser Punkte ist ein Preis, der über dem Nachlass steht. Fehlt eine dieser Angaben im Angebot, wird die Gratiswette nicht besser — sie wird nur schwerer nachzurechnen. Wer sie nutzen will, liest die Bedingungen unter dem Angebot, bevor sie mit dem Wettschein verrechnet wird, nicht danach.

Spielplan und Tennis-Angebot: warum mehr Auswahl nicht mehr Ertrag ist

Ein Anbieter mit hundert Tennis-Märkten pro Match wirkt überlegen. Für die Bilanz ist die Zahl der Märkte irrelevant, entscheidend ist der Preis auf dem Markt, den man tatsächlich spielt. Und hier zeigt sich das Feld geteilt: Einige Marken werben mit einem voll ausgebauten Tennisbereich, andere führen Tennis als eine Sportart unter vielen.

Sportingbet bietet nach eigener Darstellung einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten an; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Tennis ist damit im Programm, aber ohne erkennbare Sonderstellung. Betano bewirbt in seiner App-Beschreibung Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von Tennis-Grand-Slams, also auch eine Live-Bildebene, die bei einem Sandplatz-Match mit langen Ballwechseln durchaus etwas hergibt. Winamax bietet mit Winamax TV Live-Streams von Spielen aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, von den vier Grand-Slam-Turnieren und allen ATP- und WTA-Turnieren sowie von der NBA und der NFL im eigenen Kundenkonto an. Bei Tipico nennt die Entwicklerbeschreibung der App „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten auch während des Fußballspiels.

Was fehlt, ist auffällig und wird nicht künstlich aufgefüllt: Wie viele Tennis-Märkte ein bestimmter Anbieter pro Match führt, wie hoch die Mindestquote für welche Wette liegt und ob es eine Gratiswette auf ein Grand-Slam-Match gibt, steht in den jeweiligen Bedingungen und im Wettprogramm. Genau dort schaut man nach, vor dem ersten Einsatz und nicht danach.

Der Spielplan als Taktgeber für die Quoten

Die French Open 2026 liefen vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand. Vierzehn Tage, verteilt auf Auftaktrunden, Achtelfinale und Finals. Für den Markt ist das eine Kurve: In der ersten Woche stehen zahlreiche Matches gleichzeitig an, das Quotenangebot ist breit, und der Preis auf ein einzelnes Match konkurriert gegen den Preis auf viele andere. In der zweiten Woche bleibt eine Handvoll Partien übrig, das Angebot schrumpft, und der Wettbewerb um die beste Quote findet zwischen weniger Anbietern und weniger Spielern statt.

Wer über die zwei Wochen plant, sollte das nicht als Detail behandeln. Ein Einsatz in der ersten Runde und ein Einsatz im Finale haben unterschiedliche Gegner im Angebot, unterschiedlich tiefe Märkte und unterschiedlich viel Bewegung in der Quote. Und für die Turnierwette auf den Gesamtsieger gilt etwas, das man beim Abschluss nicht mehr ändern kann: Die Zahl, die Sie nehmen, ist die Zahl, die gilt, auch wenn die Auslosung sie zwei Tage später in eine andere Richtung schiebt.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

Alle zehn Marken stehen mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, Stand 2. Oktober 2026. Die Reihenfolge dieser Abschnitte folgt keiner Rangliste, sondern dem Marktbild, das sich aus Erlaubnisdaten, Produktprofilen und dem Preisniveau ergibt; die Beurteilung steht jeweils am Ende.

Winamax: die Marke, die den Quotenvergleich selbst anführt

Winamax hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 29.06.2021, mit einer Folgeerlaubnis vom 08.12.2022; Inhaberin ist die WINAMAX (Société anonyme). Das ist eine der ältesten Erlaubnisse im Feld und die Marke mit der lautesten Meinung über die eigenen Quoten. Der Footer bewirbt „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“, gestützt auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April 2025 und dem 30. August 2025, in der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.

Dazu kommt der Stream. Winamax TV zeigt im eigenen Kundenkonto Live-Streams von La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, von den vier Grand-Slam-Turnieren und allen ATP- und WTA-Turnieren sowie von NBA und NFL. Für Tennisfans ist das ein echtes Argument: Wer ein Match auf der WTA-Tour sieht, das in Deutschland kaum übertragen wird, kennt die Spielerinnen und kann eher einschätzen, ob eine Quote etwas wert ist.

Das „0 %“ ist trotzdem Marketing und keine Eigenschaft der Wette. Was auch immer der Veranstalter an Steuer trägt, es sitzt in der Marge, und die liegt in einem Zwei-Weg-Markt bei rund 5 Prozent. Die Marke bleibt trotzdem die mit dem stärksten publizierten Beleg für ihr eigenes Quotenniveau. 45 Prozent Marktführerschaft heißt: In der Mehrheit der Fälle war jemand anderes günstiger. Diese Zahl arbeitet gegen den Werbespruch, und sie stammt aus einer Untersuchung, die Winamax selbst vorlegt.

VBet: der späte Eintrag im Feld

VBet hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 05.12.2023, Inhaberin ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s in Malta. Damit ist VBet die zweitjüngste Erlaubnis der zehn Marken, nur LeoVegas kam später. Wer im Vergleich nach dem Kriterium „lange am Markt“ sortiert, findet VBet auf den hinteren Plätzen, ohne dass das etwas über die Qualität des Angebots sagen würde.

Interessanter ist die Firmenkonstruktion. Die Marke VBet, die der Spielende sieht, und die SCGO Limited, die den Vertrag schließt, sind zwei verschiedene Dinge, und das ist keine Besonderheit von VBet, sondern der Regelfall unter allen zehn Anbietern. Bei einer Reklamation läuft der Weg immer über die Limited, nie über die Marke. Für ein Turnier, das vierzehn Tage dauert und in dem eine Streitfrage über den Ausgang eines Matches schnell geklärt sein muss, ist es kein Luxus zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

Ein dünneres Erlaubnisdatum ist nicht dasselbe wie ein dünnes Angebot, und wer eine Marke nur nach der Zahl ihrer Marktjahre auswählt, sortiert nach dem falschen Merkmal. Zur Höhe der Tennis-Marge von VBet lässt sich dagegen nichts von außen sagen: Wer das prüfen will, vergleicht im Wettprogramm ein konkretes Match, das er auch woanders spielen könnte.

Sportingbet: Tennis im Sortiment, ohne Sonderstellung

Sportingbet hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022; Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Die Marke gehört damit zur Gruppe der sieben Anbieter, die seit der Startphase des heutigen Regimes dabei sind. Wichtiger als das Datum ist die Frage, was sie inzwischen daraus gemacht haben.

Sportingbet bietet nach eigener Darstellung einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten an und führt unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Sieben Sportarten in einer Aufzählung, in der Tennis nicht hervorgehoben wird. Für jemanden, der während der zwei Wochen der French Open jeden Abend ein Match spielt, heißt das: Der Tennisbereich ist vorhanden, aber er ist nicht die Bühne, auf der die Marke stehen will. Wer dagegen Sportwetten quer über das Jahr verteilt und Tennis als eine von mehreren Sportarten bespielt, findet hier ein Programm, das keine Lücke aufweist, aber auch keine Sucht nach Sandplatz-Matches bedient.

Der „Konfigurator+“ ist das, was in der Werbung am meisten hermacht, und für die Kosten eines Wettscheins am wenigsten bedeutet. Ein bequem zusammengestellter Wettschein ist kein günstigerer Wettschein.

Tipico: Cashout als Kontrolle, nicht als Preisvorteil

Tipico ist seit 2020 mit einer Erlaubnis am Markt, die im Dezember 2022 bestätigt wurde; Inhaberin ist die Tipico Co. Limited. Die Marke ist eine der bekanntesten in Deutschland, und dass sie im Tipico-Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof als Gegenseite eines Rückzahlungsanspruchs auftritt, ist ein Beleg für diese Bekanntheit, kein Qualitätsmerkmal des heutigen Angebots.

Inhaltlich hält Tipico wenig Überraschendes bereit. Die App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten, und die Entwicklerbeschreibung nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Cash Out ist die Funktion, mit der man einen laufenden Wettschein vorzeitig auflöst. Sie ist angenehm, sie ist nirgends gesetzlich geregelt, und sie ist kein Geschenk: Wer vorzeitig aussteigt, nimmt den Preis, den der Anbieter in diesem Moment stellt — und der liegt regelmäßig unter dem, was dieselbe Wette bei regulärem Ausgang eingebracht hätte. Die Kontrolle über den Wettschein ist damit ein Produkt mit eingebautem Aufschlag, und bei einem Sandplatz-Match mit langen Ballwechseln verleitet sie zum häufigen Aussteigen.

Ein Turnierwettschein braucht keine Cashout-Funktion, sondern eine Auswahl, die zur Auslosung passt. Wer während der ersten Runde einsteigt und nach zehn Tagen Finale noch denselben Zettel hält, wird den Cashout-Knopf selten drücken — und genau dann hat er richtig entschieden.

Tiptorro: Erlaubnis als Kernargument

Tiptorro hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022; Inhaberin ist die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Die App wird im App Store von dieser Gesellschaft angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt und auf die Whitelist verweist.

Wer auf Roland Garros wetten will, hat bei Tiptorro weniger Auswahl als bei den großen Marken — dafür zeigt sich die Marke in einem Punkt mustergültig transparent. Dass eine Betreibergesellschaft sich öffentlich zu ihrer Whitelist-Position bekennt und die Aufsicht ausdrücklich benennt, ist unter den zehn Anbietern nicht selbstverständlich. In der Praxis nützt es dem Spielenden wenig bei der Frage, ob die Quote auf einen Matchsieger gut ist, aber wenn es um Streit über einen Wettschein geht, ist eine Betreiberin, die ihre Aufsicht nennt, nicht die schlechtere Adresse.

Die Kehrseite: Bei einer Marke, die wenig über ihr Tennisangebot nach außen stellt, ist prüfbar, was im Wettprogramm steht, und nicht, was im Vergleichstext steht. Wer hier einsteigt, sollte das erste Match im Programm aufschlagen und die Quote mit zwei anderen Anbietern vergleichen — zehn Minuten Arbeit, die über die Laufzeit eines Turniers mehr bringen als jede Rangliste.

LeoVegas: spät in Sport, früh im Casino

LeoVegas hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024; Inhaberin ist die LVSports Limited, die laut Whitelist auch eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023 besitzt. Das ist die jüngste Sportwetten-Erlaubnis der zehn Marken, und die Reihenfolge der beiden Daten erzählt die eigentliche Geschichte: Erst kamen die virtuellen Automatenspiele, dann der Sport.

Rechtlich sind das zwei getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Die Casino-Erlaubnis der LVSports Limited sagt über das Sportwettenangebot nichts, weder über die Quote auf ein Tennis-Match noch über die Zahlungswege im Sportbereich. Im Vergleichsrahmen dieser Seite zählt ausschließlich die Sportwetten-Erlaubnis — wer das nicht auseinanderhält, hält eine Marke für erfahrener im Sport, als ihre Daten hergeben.

Für den Spielenden hat die späte Erlaubnis eine praktische Konsequenz: Bei einer Marke, die seit 2024 Sportwetten veranstaltet, ist der Tennisbereich am ehesten jener Teil des Programms, der noch nicht so tief ist wie bei Häusern, die seit 2020 dabei sind. Ob mein Eindruck stimmt, klärt ein Blick in deren Wettprogramm an einem Spieltag der ersten Runde.

NEO.bet: solide Erlaubnis, offenes Profil

NEO.bet hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 22.12.2022; Inhaberin ist die Greenvest Betting Limited. Damit reiht sich die Marke in die Gruppe der Anbieter ein, die vom ersten Tag des heutigen Regimes an dabei sind. Zwei Erlaubnisse, keine Unterbrechung, seit 2020 im Markt — das ist ein sauberer Verlauf.

Mehr lässt sich über NEO.bet aus der Whitelist nicht herauslesen. Der Eintrag nennt Erlaubnisart und Erteilungsdatum, mehr nicht, und das ist kein Mangel der Liste, sondern ihre Stärke: Sie prüft Erlaubnisse und nicht Werbeversprechen. Ob die Marke in ihrem Tennisbereich einen guten Preis auf ein Match der ersten Runde stellt und wie ihr Umgang mit Live-Wetten aussieht, ist eine Frage, die nur das Wettprogramm beantwortet.

Die Marke bleibt damit der Typ des stillen Anbieters in diesem Feld, und stille Anbieter haben gegenüber lauten einen Vorteil, den man vorher oft nicht sieht: Wo nicht mit dem Quotenniveau geworben wird, liegt auch keine Erwartung im Raum, die enttäuscht werden könnte.

bpremium: Marke und Betreiberin mit unterschiedlichen Namen

bpremium hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Betreiberin ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand in Gzira auf Malta, geführt unter der Registernummer C92799 nach den Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Das ist der klarste Fall dafür, dass ein Markenname nicht die Vertragspartei ist.

Der Name Ladbrokes im Hintergrund verspricht eine lange Wett-Tradition, und dieses Versprechen hilft beim Ausfüllen eines Wettscheins nicht weiter. Für Roland-Garros heißt das: Wer hier einsteigt, sollte die Quote auf ein konkretes Match gegen zwei weitere Anbieter stellen, bevor er einen Einsatz platziert. Die Registernummer und die Adresse der Betreiberin stehen in deren Nutzungsbedingungen und sind damit eine Information, die man bei einer Beschwerde über einen abgerechneten Wettschein tatsächlich braucht — und die bei den meisten Anbietern deutlich schwerer zu finden ist.

Ein Anbieter mit einer Betreiberin, die man eindeutig identifizieren kann, ist bei einem Streit über einen Wettschein die bessere Adresse. Das ist kein Quotenargument, das ist ein Argument für den Fall, dass etwas schiefgeht.

Betano: breites Produkt, dünne Angaben zu Sandplatz-Märkten

Betano hält seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022; Inhaberin ist die Betkick Sportsbetting Limited. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten, und die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder, also das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels, ferner Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Von den zehn Anbietern ist Betano der, dessen Beschreibung am vollständigsten nach einem modernen Wettprodukt klingt. Und das ist genau der Punkt, an dem man vorsichtig werden sollte. Bet Builder kombiniert mehrere Märkte eines Spiels — das ist eine Kombiwette mit einer zusätzlichen Marge pro Leg, und die Kosten dieser Funktion tragen die Spielenden, nicht der Anbieter. Cash Out löst einen Wettschein vorzeitig auf, regelmäßig unter dem Wert des regulären Ausgangs. Beides ist bequem, beides hat einen Preis, und keines von beiden ist bei einem Zwei-Weg-Markt auf einen Matchsieger erforderlich.

Für die zwei Wochen der French Open bleibt die naheliegende Frage damit offen: Ob Betano auf ein Sandplatz-Match der ersten Runde eine Quote stellt, die mit der günstigsten im Feld mithält, ist eine Frage an das Wettprogramm und nicht an die Werbebeschreibung. Wer das Produkt wegen seiner Funktionen wählt, sollte es wegen der Quote wählen.

bwin: der Preis, den ein bekannter Name trägt

bwin ist seit 2020 lizenziert, mit einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022; Inhaberin ist laut Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta. Die Marke dürfte die bekannteste im Feld sein, und Bekanntheit ist im Vergleich kein Argument, sondern ein Hinweis darauf, dass das Budget eher in Werbung als in ein Quotengeschenk geflossen ist.

Inhaltlich ist bwin damit der Anbieter, bei dem die Prüffrage am ernstesten zu nehmen ist: Wer die Marke wählt, weil er sie kennt, prüft das Quotenniveau auf ein konkretes Match seltener nach als bei einem unbekannten Namen. Genau diese Bequemlichkeit kostet. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit rund 5 Prozent Marge ist der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Anbieter schnell so groß wie ein halber Regenschirm über einem bespielten Match — über ein Turnier mit zwanzig Wetten summiert sich das.

Für Roland Garros gehört die Marke in jeden Vergleich, weil sie alles mitbringt, was eine erlaubte deutsche Buchmacherin braucht: eine Whitelist-Erlaubnis seit der Startphase des Regimes und eine eindeutige Betreiberin. Wer hier einsteigt, sollte die Gewohnheit mitbringen, den Preis vor dem Wettschein zu prüfen statt danach.

Was Spielende über den Preis einer Roland-Garros-Wette wissen sollten

Die Kosten einer Wette verstecken sich nicht in den Gebühren, sondern in drei Zahlen, die man getrennt betrachten muss. Zuerst die Marge im Markt: In einem Zwei-Weg-Markt zu 1,90 und 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent, die Marge demnach bei etwa 5 Prozent des auf diesen Markt gesetzten Geldes; bei Märkten mit vielen Ausgängen wie dem Gesamtsieger fällt sie breiter aus, weil jede weitere Möglichkeit einen weiteren Aufschlag mitträgt. Dann die Umsatzbedingungen, die an jede Gratiswette geknüpft sind, deren Wert sich bei 10 € Gratiswette, einer Quote von 1,90 und rund 95 Prozent Auszahlungsquote auf etwa 4,50 € errechnet — ein statistischer Durchschnittswert, kein garantierter Ertrag. Und schließlich die Zeit: Eine Turnierwette liegt zwei Wochen im Wettschein, eine Matchwette wenige Stunden, und die Marge arbeitet in beiden Fällen.

Das Verhältnis dieser Zahlen zueinander ist der eigentliche Vergleichsmaßstab. Ein Anbieter mit einer Gratiswette und einem Umsatzerfordernis kann teurer sein als einer ohne Gratiswette mit sauberer Quote. Ein Anbieter mit Live-Streams und Bet Builder kann teurer sein als einer, der nur die Zwei-Weg-Märkte führt. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, was man wirklich spielt — und wer jeden Abend ein Einzelmatch setzt, profitiert von Kaufanreizen für Kombinationen nicht.

Wer überprüfen will, ob eine Marke in Deutschland überhaupt Sportwetten anbieten darf, geht auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und sucht die konkrete Domain, nicht die Marke. Wer überprüfen will, ob eine Quote konkurrenzfähig ist, öffnet dieselbe Partie bei zwei weiteren Anbietern. Beide Prüfungen kosten weniger Zeit als das Suchen eines Validierungscodes.

Häufige Fragen zu Roland Garros Wetten

Legal betten lässt sich nur bei Anbietern, die mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Die Liste ist auf der Website der GGL veröffentlicht, der Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge. Geprüft wird die konkrete .de-Domain, nicht der Markenname.

Welche Wettmärkte rund um das Turnier stehen zur Verfügung?

Zum gängigen Programm gehören Wetten auf den Gesamtsieger als Langzeitwette, auf den Sieger eines Matches, auf einzelne Sätze sowie Handicap-Wetten. Erlaubt sind nach § 21 Abs. 1 GlüStV Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombiwette, und nur die von der GGL zugelassenen Wettarten.

Wie errechnet sich die Auszahlung einer Wette auf den Turniersieger?

Der Auszahlungsbetrag ist der Einsatz mal der Quote, bei einer Kombiwette das Produkt aller Einzelquoten. Bei 10 € Einsatz und einer Quote von 2,10 ergibt das 21 € zurück und 11 € Gewinn vor Steuer. In der Quote steckt immer die Marge des Veranstalters, in einem Zwei-Weg-Markt zu 1,90 und 1,90 rund 5 Prozent.

Welche Live-Wetten sind während eines Matches erlaubt, und warum gibt es keine Wetten auf den nächsten Punkt?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnliches Ereignis zulässig, und nur in Sportarten, in denen solche Vorkommnisse selten sind. Der nächste Satz im Tennis ist damit erlaubt, der nächste Punkt nicht.

Wie wirkt sich der Sandplatz auf die Prognose aus, und was ist eine Value-Wette?

Sand verlängert die Ballwechsel und nimmt dem Aufschlag einen Teil seiner Wirkung, was den Außenseiter stützt und den Favoriten Preis kostet. Eine Value-Wette ist eine Wette, deren Quote über der eigenen Einschätzung liegt. Prüfbar ist das nie vollständig, weil die Marge von rund 5 Prozent in jedem Zwei-Weg-Markt bereits eingerechnet ist.

Wie wirken Sportwettensteuer und das Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten rund um das Turnier?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage, die der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist, umgerechnet rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags; Schuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt über alle Anbieter und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt.

Inhalt erstellt vom Team «1X2 wetten»