Die besten Wettanbieter ohne Steuer 2026: Wer den Steuerabzug wirklich trägt
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) abgeglichen, Stand der Liste: 2. Oktober 2026.

Ein Anbieter ohne Steuer existiert nicht — nur Anbieter, die sie anders verrechnen
Die Suche nach einem Wettanbieter ohne Steuer führt in Deutschland an eine Wand, und die Wand hat einen Namen. Seit dem 1. Juli 2012 wird die Sportwettensteuer erhoben. Sie ist eine Steuer auf den Veranstalter, nicht auf den Spielenden. Wer nach einem Anbieter sucht, der keine Steuer abführt, sucht etwas, das es nicht gibt — und trotzdem ist die Suche sinnvoll, weil der entscheidende Unterschied eine Zeile später kommt: Der Veranstalter darf entscheiden, ob er die Steuer aus seiner Marge zahlt oder sie an den Spielenden weiterreicht. Genau dort trennen sich die Angebote.
Die Steuer beträgt 5,3 % des Wetteinsatzes netto, also des Betrags ohne die Steuer selbst. Wer 100 € in einen Wettschein tippt, zahlt damit rund 5,03 % dieses Betrags an Steuer — die 5,3 % beziehen sich auf die kleinere Summe, nicht auf das Eingezahlte. Diesen Unterschied überliest fast jede Werbebotschaft, weil die kleinere Zahl besser aussieht.
Jeder Anbieter legt die Steuer anders um. Manche kürzen die Quote, manche lassen sie stehen und ziehen den Betrag vom Gewinn ab, manche weisen sie auf dem Wettschein als eigenen Posten aus, manche tragen sie ganz. Das ist keine Frage von Fairness oder Anstand, sondern eine Rechnung, die jeder Anbieter für sich aufmacht. Sie landet immer beim Kunden — bei dem einen direkt an der Quote, bei dem anderen über einen etwas kleineren Gewinn. Wirklich verschwinden tut sie nie. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob ein Anbieter Steuern zahlt, sondern an welcher Stelle seine Rechnung auf den Wettschein trifft und was das in Euro bedeutet.
Für die Auswahl der folgenden zehn Anbieter zählt deshalb zuerst etwas anderes: Sie alle stehen mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Ein Angebot „ohne deutsche Erlaubnis“ ist kein Angebot mit Steuervorteil, sondern eine Wette ohne Rechtsschutz. Wer dort gewinnt, hat keine Whitelist hinter sich, kein OASIS, keine LUGAS-Limitdatei, keine Schiedsstelle.
Einordnung: Was die Steuer für zehn Euro Einsatz bedeutet
Die Sportwettensteuer stammt aus dem Rennwett- und Lotteriegesetz und wird von § 17 an beschrieben. Die Steuerbemessungsgrundlage ist genau der Betrag, der nach Abzug der Steuer übrig bleibt — deshalb der Unterschied zwischen 5,3 % netto und etwa 5,03 % des eingezahlten Einsatzes. Steuerschuldner ist laut § 19 der Veranstalter der Wette. Wer sich über Steuerbescheide in seinem Namen wundert, sollte das wissen: Von einem Freizeitwettschein geht kein Bescheid an den Spielenden.
Der zweite Punkt sitzt tiefer. Die Steuer fällt auf jeder gewetteten Wette an, unabhängig davon, ob sie gewinnt oder verliert. Und weil sie gelegentlich darüber entscheidet, bei welchem Anbieter ein Wettschein landen soll, nehmen wir sie zum Anlass, die beiden Grundmodelle gegenüberzustellen. Bei Wettarena fallen laut den spielrelevanten Informationen außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer von 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags) keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette an. Bei Interwetten läuft das umgekehrt: Das Unternehmen gibt an, die Steuer selbst zu tragen, und nimmt zum Ausgleich bei Wetten einen Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vor. Zwei Wege, dasselbe Geld, unterschiedlich ausgewiesen.
Der dritte Punkt ist älter als die Diskussion um Gratiswetten: die Finanzbehörden. 2023 nahmen Bund und Länder 409 Millionen Euro aus Sportwetten ein — 5,2 % weniger als im Vorjahr und 116,8 % mehr als zehn Jahre zuvor, als es 189 Millionen Euro waren. Rund 2,48 Milliarden Euro waren es 2023 aus Glücksspiel insgesamt (minus 3,6 % gegenüber dem Vorjahr), davon rund 1,77 Milliarden Euro allein aus der Lotteriesteuer — rund 71 % des Aufkommens. Sportwetten sind also nicht das große Geschäft der Finanzverwaltung; die Lotterie ist es.
Bei diesen Summen geht es um Umsatz, nicht um Einsätze. Wer die Steuer in seiner eigenen Rechnung nachbilden will, kommt mit einer Faustformel weiter: Der Einsatz wird praktisch um 5,03 % kleiner, wenn der Anbieter sie vom Einsatz abzieht; bei einem Quotenabschlag von 5,3 % schrumpft der Bruttogewinn und damit auch die Auszahlung. Warum für den Auszahlungsweg gilt, dass die 5,3 % nicht auf denselben Betrag treffen, erklärt die Rechnung am Ende.
Die Datengrundlage: Whitelist, Stand und was eine Erlaubnis dort bedeutet
Die GGL, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), vergibt seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 am 1. Juli 2021 die bundesweite Erlaubnis für Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Sie überwacht und ahndet Verstöße nach § 28a. Die Steuer ist dagegen Sache der Finanzämter, nicht der Behörde. Ein Sportwetten-Anbieter steht also unter zwei Aufsichten mit zwei unterschiedlichen Zuständigkeiten.

Einziger belastbarer Lichttest für eine Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8. Der Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain — eine .de-Adresse allein beweist aber nichts, weil jeder sie registrieren kann. Entscheidend ist der Eintrag.
Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Whitelist nennt jedoch nur Erteilungsdaten und kein Enddatum. Wer also eine Laufzeit bis zu einem konkreten Tag sucht, wird sie dort nicht finden, und wir nennen hier keine. Ein Inhaber mit Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat damit keine Sportwetten-Erlaubnis; jede Sparte ist eine eigene Erlaubnis mit eigenen Regeln, und nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Ein Slots-Permit desselben Konzerns sagt über das Sportwettangebot nichts.
Rechtslage: Was auf der Whitelist steht und was daneben
Wer bei einem legalen Anbieter in Deutschland wettet, wettet innerhalb eines eng umzäunten Rahmens, und dieser Zaun erklärt die meisten Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Angeboten. Wo ein Anbieter auftaucht, der nicht auf der Whitelist steht, ist die Wette nicht automatisch verboten — aber die Rechtsposition ändert sich, und das ist keine Kleinigkeit.
Erlaubt sind Festquotenvetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswetten nach § 21 Abs. 1 — allerdings nur in Wettenarten, die die GGL zugelassen hat, dem Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Ein Anbieter, der etwas anderes anbietet, tut das nicht auf Grundlage seiner deutschen Erlaubnis.
Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Baustein gewettet werden — und nur in Sportarten, in denen solche Vorkommnisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball geht, nächster Satz im Tennis geht, nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nicht. Ausgenommen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren; nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung sind nach § 21 Abs. 1a gesperrt, Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse ebenfalls. E-Sport fällt komplett heraus: Die Behörde erklärt, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein Sportwetten-Anbieter mit deutscher Erlaubnis hat also kein E-Sport-Angebot, egal wie ausführlich ein Portal darüber schreibt. Cash Out ist keine gesetzliche Kategorie — dazu fand sich keine Regel, und es bleibt eine Funktion des jeweiligen Anbieters.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette im Sportwettenbereich. Wer eine Vermögensverwaltung mit Wettscheinen plant, findet hier also keine Deckelung nach oben, aber auch keine Zusage, dass ein Anbieter große Einsätze annimmt.
Offshore: Sportwetten für Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anzubieten, ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie etwa Platincasino. Die Whitelist ist der einzige Test, den ein Leser selbst durchführen kann, und er dauert keine Minute — wer das Angebot trotzdem nutzt, verlässt sich auf nichts weiter als die Zahlungsdisziplin eines Unternehmens, das in Deutschland nicht greifbar ist.
Offshore heißt in der Praxis: keine Erlaubnis, kein OASIS, keine LUGAS-Limitdatei, kein deutscher Rechtsweg — zugleich sind höhere Limits möglich. Whitelist heißt: Rechtssicherheit und Spielerschutz, aber das Standardlimit von 1.000 € im Monat, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.
Wer sagt, Offshore sei „einfach besser, weil mehr Limit“, lasse sich den Satz von einem Anwalt bestätigen — vor der Wette, nicht nachher. Eine Erstattung verspricht niemandem etwas: Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) beim Europäischen Gerichtshof.
Der Ausgang ist offen: Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. In dem Vorlagefall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verliert, gewinnt daraus keine Ansprüche — er gewinnt nur die Aussicht auf ein Verfahren, dessen Ergebnis niemand kennt.
Strafrechtlich steht es nach § 284 StGB auf der Veranstalterseite: bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, für Werbung bis zu einem Jahr. Auf der Teilnehmerseite nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. Verurteilungen einzelner Spieler sind nicht bekannt — daraus wird hier weder eine Erlaubnis noch ein Drohbild gebaut; es ist einfach die eine Zahl der Rechtslage, die für den Spielenden theoretisch existiert und praktisch keine Rolle spielte. Die Durchsetzung läuft über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren nach § 9, nicht über die Verfolgung von Kunden.
Und noch eine Falle, die gut getarnt ist: Gezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Erlaubnis. Auch ein illegaler Veranstalter kann sich als steuerpflichtig behandeln und abführen; über die Whitelist sagt das nichts.
Spielerschutz: Unberührt vom Steuerthema — und trotzdem der Grund, warum es zählt
Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ändert nichts am Verlustrisiko, und sie ändert auch keine einzige der Regeln, die seit dem 1. Juli 2021 für Anbieter mit deutscher Erlaubnis gelten. Der Steuerstreit und der Spielerschutz liegen auf zwei getrennten Ebenen: Erstere entscheidet über ein paar Euro pro Wettschein, letzterer über das, was ein Konto in einem schlechten Monat kosten kann.

Mitmachen darf man ab 18 Jahren, so steht es in § 4 Abs. 3. Ein Konto pro Anbieter ist die Regel, und davor steht die vollständige Verifizierung nach § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben — mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer also „erst mal schnell einzahlen“ will, kommt an dieser Wand an, und sie ist keine Laune des Anbieters, sondern Gesetz.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt, also nicht nur beim Anbieter selbst, sondern anbieterübergreifend. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 € — und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — allerdings nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein niedrigeres Limit gilt sofort, ein höheres erst nach sieben Tagen. Wer die Zahl heute drückt, kann sie morgen nicht zurückdrehen. Das genau ist der Grund, warum viele Anbieter beim Limit-Thema einsilbig werden.
Paralleles Spielen ist nach § 6h in Verbindung mit der Aktivitätsdatei verboten. OASIS nach §§ 8 und 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Blockade aus — die einzige Sperre, die noch am selben Abend wirkt. Offshore-Seiten hängen an keinem dieser Systeme, weder an OASIS noch an LUGAS.
Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 an ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen gebunden, bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem legalen deutschen Sportwettenmarkt heraushält — und der Grund, warum die Frage nach „Wettanbieter ohne Steuer mit PayPal“ eigentlich eine Frage nach sauberen, nachvollziehbaren Zahlungen ist. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, entscheidet er selbst; seriös ist nur, was in seinen Bedingungen steht. Spielergelder liegen auf einem treuhänderischen Konto, das in der Insolvenz geschützt ist; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, so schreiben es § 6b Abs. 6 und 7 vor.
Werbung ist nach § 5 Abs. 7 nur Inhabern einer Erlaubnis gestattet. Die Sperrzeit von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Geldspielautomaten, Online-Poker und Online-Casino — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Offiziellen, keine Umsatz-, Einzahlungs- oder Einsatzprovision für Affiliates nach § 5 Abs. 3 und 6. Was der Glücksspielstaatsvertrag nicht regelt, ist die Höhe eines Sportwetten-Bonus: Weder Betrag noch Umsatzbedingungen noch Mindestquote stehen dort, sie kommen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
Die Steuer auf dem Wettschein: Was ein Anbieterwechsel in Euro bringt
Es gibt in diesem Land keinen Anbieter ohne Steuer, aber es gibt einen messbaren Unterschied, was die Steuer für den einzelnen Wettschein kostet. Die Steuer trifft den einen Spieler am Einsatz, den anderen am Gewinn. Bei einem typischen Einzelschein von 100 € bei einer Quote von 2,00 verschiebt sich zwischen den beiden Modellen rund ein halber Euro — nach der im Abschnitt „Die Steuerrechnung für ein Beispiel“ gerechneten Faustformel in der Größenordnung zwischen etwa 5 € und etwa 9 € Steuerlast, je nachdem, wie der Anbieter sie einbaut. Das ist weniger, als die Diskussion vermuten lässt.
Deshalb der Blick auf die Anbieter selbst. Zehn Namen, ein Kriterium, zehn Wege: Die Übersicht stellt die Konzerne hinter den Domains nebeneinander, denn wer die Steuer trägt, entscheidet die Muttergesellschaft, nicht das Marketing.
| Anbieter | GGL-Whitelist und Inhaber der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| 888sport | gelistet — 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | gelistet — Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tiptorro | gelistet — Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | gelistet — LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | gelistet — Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | gelistet — Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | gelistet — Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | gelistet — Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | gelistet — NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | gelistet — bwin (Deutschland) Limited | 23.12.2022 |
Zwei Dinge springen aus dieser Spalte heraus. Zum einen streuen die Erteilungsdaten um mehr als vier Jahre — zwischen dem 09.10.2020 und dem 21.10.2024 — und das ist weniger ein Qualitätsmaßstab als ein Hinweis darauf, dass die Whitelist ständig wächst. Zum anderen sind die Inhaber durchweg Gesellschaften mit Sitz im Ausland. Der Sitz sagt nichts über die Erlaubnis: Das deutsche Recht verlangt keinen deutschen Firmensitz, sondern einen deutschen Eintrag. Wer die Liste selbst prüft, sollte deshalb nach dem Domainnamen und nicht nach dem Markennamen suchen.
Eine Spalte mit Auszahlungsquoten oder Steuerausweisen steht hier bewusst nicht. Keine der zehn Firmen weist ihre Steuerbehandlung in einer Form aus, die sich über zehn Anbieter hinweg vergleichen ließe, und in den Bedingungen mancher Häuser findet sich dazu gar kein Absatz.
Die zehn Anbieter im Vergleich: Wer die Steuer trägt und wer sie umlegt
Zehn Namen stehen nun im Raum, und keiner davon ist der eine richtige. Jeder hat mindestens eine Eigenheit, die den Ausschlag geben kann — ein Ausweis auf dem Wettschein, eine stille Quotenkürzung, ein Design, das schnelle Klicks begünstigt. Was folgt, ist kein Ranking der Güte, sondern eine Einordnung: Wie die Marke auftritt, was über ihre Erlaubnis bekannt ist und für wen das jeweils spricht.
888sport: der börsennotierte Konzern mit klarer Erlaubniskette
Die 888sport-Marke gehört zur 888-Gruppe, deren Holdinggesellschaft die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist; die Aktie notiert seit September 2005 an der London Stock Exchange. Für den deutschen Sportwetten-Betrieb führt die Whitelist der GGL als Inhaber die 888 Germany Limited, mit einer ersten Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Zum Vergleich der beiden Datumsangaben: Zwischen Ersterteilung und Folgeerlaubnis liegen rund anderthalb Jahre, was dem Rhythmus der Verwaltungsakte entspricht und nicht dem einer Sondergenehmigung.
Die Börsennotierung ist für einen deutschen Wetter ein schwaches Argument. Sie bedeutet Publizitätspflichten gegenüber Anlegern in London, nicht gegenüber Wettkunden in Hamburg. Was die Marke praktisch interessant macht, ist ihre Bekanntheit: Wer bereits ein Konto bei einer der 888-Marken hat, findet dort vertraute Abläufe.
Zum Steuerausweis selbst findet sich in den mir zugänglichen Angaben nichts Konkretes. Wer wissen will, ob 888sport die Steuer vom Einsatz abzieht, vom Gewinn abzieht oder in die Quote einbaut, sollte sich vor der Einzahlung den Wettschein im letzten Prüfschritt ansehen: Dort taucht der Posten auf, wenn er ausgewiesen wird. Ein Portal, das stattdessen die Werbeseite zitiert, hat die Frage nicht beantwortet.
Die Erlaubnislage ist der stabile Punkt dieser Marke: konzerngebundene Struktur, klare Whitelist-Kette, lange am Markt. Wer die Steuerfrage still und ohne Ausweisungsdiskussion gelöst haben möchte und dafür bereit ist, auf die eigene Prüfung zu verzichten, hat hier ein unauffälliges Haus. Der Konzern dahinter ist groß genug, dass die Steuer bei ihm nicht existenziell ins Gewicht fällt — entsprechend wenig ist zu erwarten, dass man sie dem einzelnen Wettschein ansieht.
Betano: die Marke mit Betkick-Erlaubnis will junge Gelegenheitswetter
Hinter Betano steht als Inhaber der Whitelist-Erlaubnis die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta, mit einer ersten Erlaubnis vom 19.02.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Die Marke ist damit etwas jünger als die älteste Gruppe in dieser Liste und etwas älter als die jüngste.
Betano tritt als Marke auf, die Live-Wetten und moderne Bedienung stark nach vorn stellt. Wer live wettet, stößt dabei auf die Grenzen, die für alle deutschen Anbieter gelten: nur Endergebnis, nächstes Tor oder nächster Satz, und nur in Sportarten mit seltenen Ereignissen. Die Bandbreite des Liveprogramms sagt darum nichts über besondere Freiräume, sondern ist immer das Resultat desselben § 21 Abs. 4.
Zum Steuerausweis in den eigenen Bedingungen ließ sich für diese Marke nichts belegen. Das ist insofern relevant, als beide gängigen Modelle für den Kunden sehr unterschiedlich aussehen: Der eine kürzt den Einsatz, der andere den Gewinn.
Der Wert dieser Marke liegt in der Bedienung, nicht in einem Steuervorteil: flüssige Oberfläche, klarer Aufbau, gut geeignet für den Wetter, der einen Schein in unter einer Minute zusammenklickt. Wer vor der Wette genau wissen will, wo die 5,3 % landen, muss länger bleiben als die Marke es einem bequem macht.
Tiptorro: die App-Marke für das Handy
Tiptorro wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt die Torro Tec Limited als Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis für die Tiptorro-Domain, mit einer ersten Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Diese Marke macht das Smartphone zum einzigen Ort des Geschehens. Wer den Sportwettmarkt vom Rechner aus gewohnt ist, findet dort weniger Werkzeug als bei klassischen Anbietern. Ein Vorteil liegt auf der Hand: Der Prüfschritt des Wettscheins ist auf dem Handy derselbe wie am Rechner, und dort steht der Steuerposten als eigene Zeile, wenn der Anbieter ihn so ausweist.
Zum Steuermodell von Tiptorro ließ sich nichts Belastbares finden. Wer es genauer will, prüft in der App den letzten Schritt vor der Wettenabgabe, bevor Geld auf dem Konto liegt.
Die App ist schneller als ihre Konkurrenz, und die Marke ist dünner als viele ihrer Konkurrenten. Genau das macht sie für einen Teil der Wetter attraktiv: kurze Wege, wenig Ablenkung, kein Portal um die Wette herum. Wer sich dafür einen größeren Funktionsumfang erkauft, wird ihn hier nicht finden.
LeoVegas: die jüngste Sportwetten-Erlaubnis im Feld
LeoVegas ist in dieser Liste der Sonderfall einer Marke, die im Casino groß geworden ist und erst spät Sportwetten dazubekam. Die Whitelist führt für die LeoVegas-Domain die LVSports Limited als Betreiberin und nennt eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Casino-Erlaubnis liegt also rund anderthalb Jahre vor der Sportwetten-Erlaubnis. Diese Reihenfolge sagt nichts über die Sportwette aus, ist aber der Grund, warum manche Markenportale das Sportangebot hier kleiner darstellen als es ist.
Die Sportwetten-Erlaubnis ist die jüngste im Feld. Wer eine lange, krisenerprobte Sporthistorie sucht, wird bei Marken mit fünf Jahren Sport in Deutschland besser bedient.
Was den Steuerausweis angeht, ist zu LeoVegas nichts zu belegen. Hier hilft die eigene Prüfung im Wettprogramm mehr als jede Markenwerbung.
Der klare Punkt dieser Marke: Der Konzern ist eine doppelt zugelassene Adresse für Casino und Sportwette — praktisch für Wetter, die beides in einem Konto führen. Für den Sportwetten-Traditionalisten ist ihre Domäne dagegen der kleinere Teil des Hauses.
AdmiralBet: die kürzeste Wartezeit zwischen zwei Erlaubnisanträgen
AdmiralBet kommt in dieser Liste auf die längste dokumentierte Erlaubniskette. Die Whitelist führt als Betreiberin der AdmiralBet-Domain die Greentube Betting Malta Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und vom 29.07.2024. Für die virtuelle Automatenspiele-Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022, also rund zwei Jahre nach der Sportwetten-Erlaubnis.
Die Doppelstruktur aus Sportwette und Automatenspiel ist bei dieser Marke eng verwoben. Für die Sportwettenfrage ist allein die Sportwetten-Erlaubnis maßgeblich — und die ist mit zwei Folgeerlaubnissen so lückenlos dokumentiert wie bei keinem anderen Haus in dieser Übersicht.
Zum Steuerausweis in den eigenen Bedingungen ist für AdmiralBet nichts zu belegen. Der Wettschein bleibt die einzige Stelle, an der es sich vor dem ersten Einsatz sehen lässt.
Diese Marke belohnt den Wetter, der Wert auf eine nachweislich lückenlose Genehmigungshistorie legt — die vier Daten in der Whitelist lassen sich in einer Minute prüfen und sprechen für einen Anbieter, dessen Erlaubnisverwaltung funktioniert. Der Preis dafür ist ein Haus, das sportlich weniger Profil zeigt als größere Marken.
bpremium: die Auszahlung als eigener Kostentopf
bpremium wird auf der Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Diese Linie gehört damit zu den ältesten in dieser Übersicht.
Etwas Konkretes ist von bpremium bekannt: Die Auszahlungsgebühren hängen von der gewählten Zahlungsmethode ab. Bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hat. Das ist eine ehrliche Formulierung — und eine, die den Spielraum benennt, den der Anbieter bei anderen Methoden hat.
Zum Steuerausweis in den Bedingungen ist nichts zu belegen. Wer ihn wissen will, sieht auf den Wettschein.
Der Punkt, an dem sich ein Konto bei bpremium entscheidet, ist die Auszahlungsmethode: Banküberweisung bleibt im SEPA-Raum der regelgebundene Weg, alles andere ist eine Einzelfallfrage, die man vor der Einzahlung klärt und nicht danach. Ungünstig für den Spieler, der nur selten auszahlt und deshalb darüber hinwegsieht.
NEO.bet: eine alte Erlaubnis, ein neuer Marktauftritt
NEO.bet wird auf der Whitelist von der Greenvest Betting Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Der Markenname klingt nach Neugründung; die Erlaubnis gehört zu den ältesten im Feld und datiert aus der ersten Welle nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags.
Das ist der aufschlussreichste Widerspruch in dieser Liste: Der Auftritt ist jung, die Genehmigungshistorie ist eine der ältesten. Wer einem Rebranding mit Skepsis begegnet, findet hier eine Bestätigung der Erlaubnis von 2020 — und das ist der stabilere Teil der Marke als ihre Optik.
Zum Steuerausweis in den Regelwerken ließ sich nichts Belastbares finden. Zu prüfen ist er am Wettprogramm und am Wettschein.
Für einen Wetter ist das die Kombination aus frischer Oberfläche und alter Struktur: Wer gern mit Neuerungen arbeitet, aber keine Lust auf einen Anbieter ohne fünf Jahre Dokumentation hat, findet hier beides. Wer sich Markenpflege wünscht, wird beim alten Kern der Marke wenig finden.
Sportingbet: der Anbieter, der seine Steuerregel offen aufschreibt
Sportingbet ist der einzige unter den zehn, dessen Steuerbehandlung in den eigenen Wettregeln konkret beschrieben ist. Die Whitelist führt für die Marke die Sportingbet (Deutschland) Limited als Inhaber, mit einer ersten Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.
In den Wettregeln nennt Sportingbet eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein. Wer genauer hinsieht, erkennt zwei Sätze mit unterschiedlicher Bezugsgröße nebeneinander: einen Prozentsatz des Wetteinsatzes und einen Prozentsatz des Bruttogewinns. Was der eine im Verhältnis zum anderen am Ende kostet, hängt davon ab, welcher der beiden Sätze in welcher Konstellation greift — und eine gewonnene Wette mit einer Quote über dem Kehrwert des Prozentsatzes zahlt mehr als eine verlorene. Wer bei Sportingbet wettet, sollte den eigenen Wettschein daraufhin ansehen statt die beiden Zahlen zu addieren.
Dass ein Anbieter sein Steuermodell überhaupt dokumentiert, ist für sich genommen bemerkenswert: Bei den meisten Häusern in dieser Liste steht dazu nichts, was ein Leser vor der Einzahlung nachprüfen könnte. Die genannten Prozentsätze sind dabei nicht identisch mit dem Steuersatz des Gesetzes; wer die beiden Zahlengrößen verwechselt, rechnet den Anbieter entweder zu teuer oder zu billig.
Sportwetten.de: der breite Zahlungsmix mit festem Kontenrahmen
Sportwetten.de führt auf der Whitelist die NetX Betting Limited als Inhaber, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis vom 19.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Markenname ist hier zugleich der Domainname — ein Fall, der auf dem deutschen Markt selten ist und bei dem man den Anbieter als Eigennamen schreibt, nicht als Adresse.
Bei den Zahlungsmethoden ist diese Marke die ausführlichste im Feld. Als Zahlungsmethoden führt Sportwetten.de Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle sind „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, als Mindestbetrag gelten 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet. Letzteres ist kein Bonusdetail, sondern die Umsetzung des § 6b Abs. 4 — die Zahlung muss vom eigenen Konto kommen.
Zum Steuermodell ist für diese Marke nichts Belastbares zu belegen. Wer PayPal nur deshalb sucht, weil er annimmt, damit keine Prüfung zu haben, irrt an zwei Stellen: Die Zahlung muss auf den eigenen Namen laufen, und die Verifizierung trifft jedes Konto.
Wer den Wettschein in einer Minute bezahlt haben will, ohne sich um eine Karte zu kümmern, findet hier die breiteste Auswahl an Wegen dorthin. Wer die Steuerfrage in den AGB nachlesen möchte, wird bei dieser Marke kein Dokument finden, das ihm das Jobs abnimmt.
bwin: die Marke mit dem knappsten Erlaubnisdatum
bwin wird auf der Whitelist von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta geführt, mit einer ersten Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. In der Übersicht der Erlaubnisdaten tauchte die Marke mit einem späteren Datum auf, weil dort das jüngste Erlaubnisdatum der gesamten Liste neben ihrem Namen steht; dieses Datum gehört zur Gesamtsicht und ist nicht die Ersterteilung.
Zum Steuerausweis in den eigenen Bedingungen ist nichts zu belegen. Wer ihn sehen will, prüft den Wettschein.
Der Punkt, an dem sich bwin von den anderen unterscheidet, ist die Kombination aus langer Erlaubnishistorie und einem Markenauftritt, der international ausgerichtet ist. Wer sein Konto bei einem Konzern mit mehreren Marken führt, findet bei bwin die vertraute Mechanik; wer den Steuerposten transparent ausgewiesen sehen will, muss ihn am Wettschein suchen und nicht in einem Marketingversprechen.
Die Steuerrechnung für ein Beispiel: Was 100 € bei Quote 2,00 und 5,3 % Abschlag kostet
Jetzt kommen die Zahlen zusammen, und dabei wird klar, warum die Rechnung nicht in einem einzigen Satz aufgeht. Nehmen wir eine Einzelwette von 100 € auf eine Quote von 2,00 — ein Beispiel, keine quotierte Quote eines Anbieters. Der Gewinn aus einer solchen Wette wäre 200 € brutto. Beim Modell von Interwetten wird im Gewinnfall die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 % reduziert, Cash-Out-Gewinne ausgenommen; vom Einsatz wird dagegen nichts abgezogen. Aus den 200 € Bruttogewinn werden also rund 189,40 €, und aus dem Gewinn von 100 € werden rund 89,40 €.
Bei einem Modell, das die Steuer stattdessen auf der Einsatzseite aufschlägt, sieht das anders aus: Auf 100 € eingezahltes Geld kommen bei 5,3 % netto rund 5,03 € Steueranteil, und der gesamte Betrag, den man einsetzen muss, um dieselbe Wette zu platzieren, ist etwas größer. Verglichen mit der Quotenkürzung liegt der Unterschied bei derselben Wette in der Größenordnung einiger Zehntel Euro bis zu über einem Euro, je nachdem, welchen Weg der Anbieter wählt.
Wichtig ist, was diese Rechnung nicht zeigt: Sie zeigt nicht, ob die Wette gewinnt. Bei einem Quotenabschlag von 5,3 % erhält die Quotenseite der Wette einen kleinen Abschlag, und das verschiebt die Auszahlung, nicht das Ergebnis des Fußballspiels.
Wichtiger ist der zweite Effekt: Bei einer verlorenen Wette spielt die Quotenkürzung keine Rolle, weil es keinen Gewinn gibt, von dem sie abgezogen werden könnte. Anders ausgedrückt: Eine Steuer, die erst im Gewinnfall greift, ist in einem Monat mit vielen verlorenen Wetten billiger als eine, die bei jeder einzelnen Wette anfällt. Für einen Wetter mit hohem Umsatz und niedriger Trefferquote ist das ein messbarer Unterschied; für den, der einmal im Monat einen Zehner auf ein Spiel setzt, ist er es nicht.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?
Die Steuer beträgt 5,3 % des Wetteinsatzes netto, also des Betrags ohne die Steuer selbst. Bezugsgröße ist nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes der Einsatz nach Abzug der Steuer. Vom tatsächlich eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %. Die Steuer trifft jeden Schein, Gewinn oder Verlust.
Wer schuldet die Sportwettensteuer — der Anbieter oder die Spielenden?
Nach § 19 schuldet der Veranstalter der Wette die Steuer, nicht der Spielende. Ob er sie aus seiner Marge zahlt oder über Einsatz, Quote oder Gewinn weitergibt, entscheidet er selbst. Genau dieser Spielraum ist der Grund, warum zwei Anbieter bei gleicher Wette unterschiedliche Auszahlungen zeigen können.
Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
Sie bedeutet in der Regel, dass der Anbieter die Steuer nicht als eigenen Posten zeigt, sondern in die Quote einbaut. Winamax etwa wirbt auf seiner Website mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Verschwunden ist die Steuer deshalb nicht — sie steckt bereits in der Quote, und die Auszahlung trägt sie.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn werden um 5,3 % reduziert; vom Einsatz wird nichts abgezogen. Bei 100 € Einsatz und Quote 2,00 sinkt der Bruttogewinn von 200 € auf rund 189,40 €. Bei Interwetten nennen die AGB genau dieses Vorgehen, Cash-Out-Gewinne ausgenommen.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?
Weil sie nicht unter das deutsche Steuerregime fallen und ihre eigenen Regeln aufstellen. Es fehlen der Eintrag auf der GGL-Whitelist, OASIS, die LUGAS-Limitdatei und der deutsche Rechtsweg. Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie etwa Platincasino.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Seit dem 1. Juli 2012. 2023 lag das Aufkommen aus Sportwetten bei 409 Millionen Euro, 5,2 % unter dem Vorjahr; zehn Jahre zuvor, 2013, waren es 189 Millionen Euro. Aus Glücksspiel insgesamt kamen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro zusammen, davon rund 1,77 Milliarden Euro aus der Lotteriesteuer.
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Inhalt erstellt vom Team «1X2 wetten»
